Viel Jubel, aber auch KritikHaftbefehl zurück auf der Bühne: So lief sein Comeback in Frankfurt

Haftbefehl (Mitte) bei seinem Comeback-Konzert in Frankfurt.
Haftbefehl (Mitte) bei seinem Comeback-Konzert in Frankfurt.
imago/7aktuell / 7aktuell.de Vincent Brücker

Haftbefehl ist zurück auf der Bühne: In der Frankfurter Festhalle feierte der Rapper sein erstes Konzert nach mehrmonatiger Pause. Der Auftritt dauerte allerdings deutlich kürzer als angekündigt. Während viele Fans das Comeback feierten, gab es auch Kritik.

Haftbefehl (40) ist zurück auf der Bühne. Nach einer mehrmonatigen Auftrittspause hat der Offenbacher Rapper am Sonntagabend in der Frankfurter Festhalle sein Comeback gefeiert. Der mit Spannung erwartete Abend fiel allerdings deutlich kürzer aus als ursprünglich angekündigt und sorgte bei den Fans für durchaus unterschiedliche Reaktionen.

Dass Haftbefehl an diesem Abend tatsächlich auf der Bühne stehen würde, war keineswegs selbstverständlich. Im Juni hatte der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, mehrere Auftritte abgesagt und öffentlich erklärt, emotional und körperlich nicht in der Verfassung zu sein, Konzerte zu spielen. Entsprechend groß war die Aufmerksamkeit, als er nun für seine erste große Hallenshow seit der Pause auf die Bühne zurückkehrte.

Schwarze Maske und zahlreiche Gäste

Wie unter anderem der "Mannheimer Morgen" berichtet, stand Haftbefehl in der Festhalle schließlich rund eine Stunde auf der Bühne. Sein Gesicht verdeckte der Rapper auch bei seinem Comeback mit einer Maske, offenbar um Blicke auf seine durch extremen Kokain-Konsum in Mitleidenschaft gezogene Nase zu verhindern. Auf der Bühne bekam er zudem immer wieder Unterstützung von anderen Musikern.

Ein Reporter der "Bild"-Zeitung, der beim Konzert vor Ort war, schildert, dass Haftbefehl bereits um 20:22 Uhr erstmals kurz auf die Bühne kam - wenige Minuten vor dem eigentlich angekündigten Beginn. "Frankfurt, seid ihr da?", rief er demnach ins Publikum. Später habe der Offenbacher auf der Bühne performt, gerappt und immer wieder die Nähe zu den Fans gesucht. Zwischendurch habe er sich allerdings auch mehrere kurze Pausen genommen und die Bühne zeitweise verlassen. Seine Frau Nina und Sohn Noa sollen das Comeback ebenfalls in der Halle verfolgt haben.

Besonders gefeiert wurden den Berichten zufolge Klassiker aus Haftbefehls Karriere. Auch die "Hessenschau" berichtet am Montagmorgen von großer Stimmung bei Songs wie "069" und "Chabos wissen wer der Babo ist". Gegen 21:30 Uhr war der Abend bereits beendet. Ursprünglich hatte die Festhalle Haftbefehls Auftritt von 20:30 bis 22:30 Uhr angekündigt.

Gemischte Reaktionen auf das Comeback

Entsprechend geteilt fallen die Reaktionen auf Social Media aus. Videoaufnahmen aus der Festhalle lassen erkennen, dass Haftbefehl stark von Playback unterstützt wurde. In den Kommentaren überwiegt dennoch der Respekt dafür, dass der Rapper überhaupt wieder auf der Bühne stand. Andere Besucher kritisieren dagegen vor allem die kurze Dauer der Show und forderten vereinzelt sogar ihr Geld zurück. Gleichzeitig zeigen Videos aus der Festhalle ein Publikum, das zahlreiche Passagen lautstark mitrappt.

Haftbefehl hatte in der 2025 erschienenen Netflix-Doku "Babo - Die Haftbefehl-Story" offen über seine jahrelange, schwere Kokainsucht, seinen Entzug und die massiven Folgen seines Drogenkonsums gesprochen. Im Juni zog sich der Rapper schließlich vorerst von der Bühne zurück: Nach mehreren abgesagten Auftritten erklärte er, eine Auszeit zu nehmen und Zeit für seine Gesundheit zu benötigen. Für Haftbefehl soll es dennoch schon bald wieder weitergehen. Am 15. Oktober steht ein Konzert in Düsseldorf an, am 18. Oktober folgt Berlin.