Nur die Familie war dabeiRiesiger Star, stiller Abschied: Dolly Parton heimlich beigesetzt

Drei Tage nach ihrem Tod wird Dolly Parton in Nashville beigesetzt - ganz privat und an der Seite ihres Ehemanns Carl Dean. Ihren letzten Abschied hatte die Sängerin erstaunlich detailliert vorbereitet. Ein besonderer Wunsch führt dabei zurück zu ihrem Vater.

Dolly Parton stand mehr als sechs Jahrzehnte im Rampenlicht. Ihr endgültiger Abschied fand dagegen so statt, wie es sich die Country-Legende gewünscht hatte: ohne Öffentlichkeit und nur im Kreis ihrer Familie. Drei Tage nach ihrem Tod wurde die 80-Jährige am 28. August in Nashville beigesetzt - an der Seite des Mannes, mit dem sie fast 60 Jahre verheiratet gewesen war.

Erst danach machte ihre Nichte Lainey Mae Parton die Beerdigung öffentlich. Am vergangenen Samstag erklärte sie auf Instagram, mit ihrem persönlichen Nachruf bewusst gewartet zu haben, bis Parton „gestern beigesetzt wurde“. „Es fühlt sich immer noch unwirklich an, dass sie nicht mehr da ist“, schrieb die Nichte. Besonders die alltäglichen Eigenheiten ihrer Tante fehlten ihr bereits: „Ich werde sogar die Anrufe um 4 Uhr morgens vermissen und würde alles dafür geben, ihren Namen noch einmal auf meinem Handy zu sehen.“

Beigesetzt wurde Parton im Woodlawn Memorial Park and Mausoleum in Nashville. Dort liegt auch ihr Ehemann Carl Dean, der im März 2025 gestorben war. Die beiden waren seit 1966 verheiratet und führten ihre fast 60 Jahre dauernde Ehe weitgehend fernab der Öffentlichkeit. Partons Neffe Bryan Seaver hatte bereits vor der Beerdigung gegenüber dem US-Promiportal „TMZ“ bestätigt, dass seine Tante neben ihrem Mann ihre letzte Ruhestätte finden sollte.

Ein Bett aus weicher Baumwolle

Wie diese letzte Ruhestätte aussehen sollte, hatte Parton selbst schon Jahre zuvor festgelegt. Ihr Neffe erzählte davon in einem Video, das die Familie am Tag ihres Todes veröffentlichte. „Dolly war Bäuerin, genau wie ihr Vater. Er bestellte den Boden. Sie züchtete Lieder und Glück. Dolly rief mich an und sagte, sie wolle sich in einem wunderschönen Bett aus weicher Baumwolle ausruhen, denn nach einem Leben voller Strasssteine hat sie es endlich verdient, es sich bequem zu machen und etwas Ruhe zu finden.“

Auch eine andere schwierige Aufgabe hatte Parton ihrem Neffen lange im Voraus übertragen: Er sollte eines Tages ihren Tod bekannt geben. „Das war etwas, worum Dolly mich vor Jahren gebeten hatte, bevor ich es als zukünftige Realität vollständig begriff“, sagte Seaver. Für ihn steht dabei fest: „Aber die Trauer liegt bei uns, nicht bei Dolly.“

Selbst die Musik für ihre eigene Trauerfeier hatte Parton schon lange im Kopf. Dabei fiel ihre Wahl nicht auf einen ihrer Welthits. Bereits 2014 verriet sie „Entertainment Weekly“, dass sie sich das alte Country-Gospel-Stück „If We Never Meet Again“ wünsche.
Der Grund war sehr persönlich: „Das war das Lieblingslied meines Daddys. Wir haben es bei seiner Beerdigung gesungen, und ich hätte es gern bei meiner.“

Dass auch ihr wohl emotionalster Welthit eine Rolle spielen würde, konnte sich Parton dennoch vorstellen. „Ich bin sicher, sie werden ‚I Will Always Love You‘ spielen, wenn ich sterbe, genau wie bei Whitney Houston.“ Parton hatte 2012 selbst an Houstons Beerdigung teilgenommen und dort erlebt, welche Wirkung ihr Lied in diesem Moment entfaltete. „Als sie ihren Sarg hochhoben und das Lied anstimmten, fing ich an zu weinen und dachte: ‚Oh mein Gott.‘ Da traf es mich, dass sie wirklich fort war.“

Bücher statt Blumen

Dolly Parton starb am 25. August im Vanderbilt-Ingram Cancer Center in Nashville. Von ihrer Krebserkrankung hatte die Öffentlichkeit bis zuletzt nichts gewusst. Erst wenige Tage zuvor hatte es ein Zeichen gegeben, dass es der Sängerin gesundheitlich nicht gut ging: Einen für den 14. August geplanten Auftritt in Dollywood sagte sie ab, nachdem ihr Arzt ihr von der Reise abgeraten hatte.

Für die Zeit nach ihrem Tod hinterließ Parton noch einen weiteren Wunsch. Statt Blumen bittet ihre Familie um Spenden für die Imagination Library. Über die von ihr gegründete Stiftung erhalten Kinder bis zum fünften Lebensjahr kostenlos Bücher. Das Projekt hatte für Parton auch wegen ihrer eigenen Familiengeschichte eine besondere Bedeutung. Ihr Vater konnte weder lesen noch schreiben. Von all ihren Erfolgen, Auszeichnungen und Projekten bezeichnete sie die Imagination Library deshalb einmal als das, worauf sie in ihrem Leben am stolzesten sei.

Verwendete Quellen: lpe/spot