„Kein einziger männlicher Politiker”Collien Fernandes ist überrascht von Reaktionen im Fall Christian Ulmen
Kein Wort von Männern
Vor über zwei Monaten erhebt die Moderatorin und Schauspielerin schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Potsdam ein Ermittlungsverfahren gegen den Schauspieler eingeleitet. Bei RTL spricht Fernandes darüber, wie es ihr heute geht, von wem sie Hilfe angeboten bekommen hat - und vor allem, von wem nicht!
Im „Nachtjournal Spezial”: Diese Frage überrascht Collien Fernandes
Collien Fernandes meldet sich im „Nachtjournal Spezial” mit Pinar Atalay zu Wort. Sie berichtet von der breiten Unterstützung, die sie erhalten habe – allerdings fast ausschließlich von Frauen. Auf die Frage, ob sie auch von Kanzler Merz oder Vizekanzler Klingbeil angesprochen worden sei, antwortet sie: „Ich wurde von Politikerinnen kontaktiert.”
Bis dahin habe sie sich diese Frage nie gestellt, aber nun stellt sie überrascht fest: „Es gab tatsächlich keinen einzigen männlichen Politiker, der mich kontaktiert hat. Wenn ich jetzt so überlege, wer sich recht schnell gemeldet hat, wer gesagt hat, wir können uns ja einmal austauschen zu dieser Thematik. Das waren tatsächlich ausschließlich Politikerinnen.”

Kritik von Collien Fernandes: „Man weiß überhaupt nicht, wo man das gesetzlich reinpacken soll”
Nachdem sie bereits vor Wochen schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hatte, bestätigt nun die Staatsanwaltschaft Potsdam die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Schauspieler. Wie die Behörde RTL auf Nachfrage mitteilt, sei „nach der ersten Prüfung der übersandten Informationen der Anzeigenerstatterin ein Anfangsverdacht wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt begründet worden“. Das Verfahren beziehe sich auf mehrere Vorfälle, die sich in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben sollen. Zudem seien Vorwürfe sogenannter „digitaler Gewalt“ Gegenstand der Prüfung.
In diesem Zusammenhang kritisiert die 44-Jährige: „Man weiß überhaupt nicht, wo man das gesetzlich reinpacken soll.” Gerade deshalb brauche es dringend Nachschärfungen im Gesetz. Dabei verweist sie auch auf frühere gerichtliche Auseinandersetzungen. Im Verfahren „Christian Ulmen gegen den Spiegel“ habe das Gericht aufgrund vorhandener Beweistatsachen entschieden, dass weiterhin über Vorwürfe digitaler Gewalt berichtet werden dürfe.
Nach Veröffentlichung der Vorwürfe: So geht es Collien Fernandes
Im Gespräch schildert sie auch, wie belastend die vergangenen Wochen für sie gewesen seien – insbesondere die öffentliche Reaktion, die sich aber verändert habe. „Der Hass wurde ausgelöst durch die Gegenseite“, sagt sie.
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Vor den ersten öffentlichen Stellungnahmen habe sie fast ausschließlich Zuspruch erfahren. Erst danach seien „falsche Behauptungen gestreut“ worden. Besonders erschütternd sei für sie, dass sich diese Narrative hartnäckig hielten, obwohl Gerichte und Ermittlungsbehörden inzwischen tätig geworden seien. „Diese Täterstrategie, einfach eine Falschmeldung nach der anderen rauszuhauen, funktioniert“, erklärt Fernandes. Selbst wenn Gerichte die Beweislage als belastbar einschätzten, würden viele weiterhin behaupten, es gebe „gar keine Beweise“. Genau das empfinde sie als besonders belastend.
„Man kämpft ja diesen Kampf nicht nur für sich selbst”
Trotz der persönlichen Belastung wolle sie weiter öffentlich darüber sprechen. „Ich glaube, ich muss meinen Frieden damit finden, dass ich selbst nicht von einer besseren Gesetzeslage profitieren werde“, sagt sie. Dennoch sei es wichtig, auf bestehende Schwachstellen aufmerksam zu machen. Ihr gehe es nicht nur um die eigene Situation, sondern auch um zukünftige Generationen. „Man kämpft ja diesen Kampf nicht nur für sich selbst, sondern eben auch für die Töchter und die Töchter von unseren Töchtern.“

Christian Ulmen selbst schweigt öffentlich zu den Vorwürfen, es gilt die Unschuldsvermutung. Der heute 50 Jahre alte Ulmen und die Moderatorin und Schauspielerin waren seit 2011 verheiratet, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt, die Ehe wurde im Februar 2026 in Palma geschieden. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter. Was sie sich wünsche, wird sie zum Schluss des Interviews von Pinar Atalay gefragt. Dass sie eines Tages eine „gesunde Beziehung” führen dürfe, antwortet Collien Fernandes.
Quelle: eigene RTL-Recherche


