Das Wichtigste in Kürze
- Ein fester Kleberetainer kostet 300 bis 400 Euro pro Kiefer, eine einfache herausnehmbare Retentionsschiene gibt es ab 200 Euro.
- Erwachsene zahlen diese Rechnung fast immer selbst, denn die gesetzliche Kasse übernimmt die Retention bei Erwachsenen nur bei schweren Fehlstellungen mit Kieferchirurgie.
- Die Techniker Krankenkasse zahlt unter engen Bedingungen einmalig bis zu 100 Euro zum festen Retainer, erstmals für Behandlungen, die nach dem 1. Januar 2026 enden.
- Löst sich der Draht später, kostet die Reparatur 20 bis 60 Euro pro Zahn, und Reparaturen am Retainer übernimmt die Techniker Krankenkasse ausdrücklich nicht.
- Wer die Retention absichern will, braucht einen Tarif, der Kieferorthopädie bei Erwachsenen einschließt, denn viele Tarife zahlen nur für Kinder oder nach einem Unfall.
Fester Retainer oder herausnehmbare Schiene: was unterscheidet beide?
Der feste Retainer ist ein dünner Draht, den die Praxis hinter den Frontzähnen verklebt und der dort dauerhaft sitzt. Die herausnehmbare Retentionsschiene setzen Sie abends selbst ein und nehmen sie morgens wieder heraus. Beide halten das Behandlungsergebnis, aber sie kosten unterschiedlich viel und stellen unterschiedliche Anforderungen an Sie.
| Bauart | Kosten | Tragedauer | Was Sie dafür tun müssen |
|---|---|---|---|
| Fester Kleberetainer | 300 bis 400 Euro pro Kiefer | bleibt in aller Regel ein Leben lang | täglich aufwendiger reinigen, sonst nichts |
| Herausnehmbare Retentionsschiene | ab 200 Euro | jahrelang jede Nacht | daran denken, jeden Abend |
Für die unteren Frontzähne halten wir den festen Retainer für die verlässlichere Lösung. Er wirkt auch in den Nächten, in denen die Schiene in der Schublade bleibt, und genau dort entscheidet sich, ob die Zähne ihre Position halten. Die herausnehmbare Variante ist der günstigere Einstieg und die richtige Wahl, wenn Ihre kieferorthopädische Praxis sie ausdrücklich empfiehlt.
Was der geklebte Draht im Alltag von Ihnen verlangt
Putzen wird mit einem festen Retainer aufwendiger, und das merken Sie am ersten Abend. Zahnseide lässt sich zwischen den unteren Frontzähnen nicht mehr durchziehen, weil der Draht im Weg liegt. Stattdessen arbeiten Sie mit Interdentalbürstchen oder mit Superfloss, dessen steifes Ende Sie unter den Draht einfädeln.

Wer das schleifen lässt, bekommt hinter den unteren Schneidezähnen Zahnstein, und der sitzt genau dort, wo die Bürste ohnehin schlecht hinkommt. Deshalb ist die professionelle Zahnreinigung für Retainer-Träger keine Kür. Im Tarifvergleich ist sie eine eigene Zeile: Prüfen Sie, ob und wie oft im Jahr Ihr Tarif eine professionelle Zahnreinigung erstattet.
Wie lange müssen Sie einen Retainer tragen?
Eine Retentionsphase mit festem Enddatum gibt es nicht, weil sich Zähne auch nach dem Ende der Behandlung weiter bewegen. Die Kieferorthopädie plant die Retention deshalb nicht auf ein Datum hin, sondern auf Dauer.
Die Zahlen dazu sind deutlich. Die Techniker Krankenkasse nennt für einen festen Retainer im Unterkiefer eine Rückfallquote von rund 2 Prozent über 20 Jahre. Ohne jede Retention verschieben sich die Zähne dagegen bei über 85 Prozent der Behandelten wieder.
Was Retention über zehn Jahre wirklich kostet
Über zehn Jahre landen Sie mit einem festen Unterkiefer-Retainer bei rund 340 bis 520 Euro. Der Einbau schlägt einmalig mit 300 bis 400 Euro zu Buche. Löst sich der Draht in dieser Zeit an zwei Stellen, kommen bei 20 bis 60 Euro pro Zahn noch einmal 40 bis 120 Euro dazu.
Die herausnehmbare Schiene startet mit ihren 200 Euro günstiger, lässt sich über zehn Jahre aber nicht seriös durchrechnen. Sie wird jede Nacht getragen, nutzt sich ab und geht verloren, und wie oft sie in einem Jahrzehnt ersetzt werden muss, hängt allein an Ihnen. Belastbar ist nur der Einstiegspreis, der Rest ist offen, und genau das ist der Unterschied zum festen Draht.
Wer sich die Retention spart, spart nichts. Eine zweite Zahnkorrektur kostet ein Vielfaches des Retainers, und die Rückfallquoten weiter oben zeigen, wie wahrscheinlich sie ohne Stabilisierung wird. Deshalb gehört die Frage nach der Retention in das Gespräch vor der Zahnspange, nicht in das danach.
Was die gesetzliche Kasse beim Retainer übernimmt
Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt die herausnehmbare Retentionsplatte für Minderjährige als Teil der kieferorthopädischen Behandlung, und sie übernimmt für diese Platten zwei Jahre lang auch die Reparaturen. Den festgeklebten Retainer trägt sie nur in seltenen Fällen, etwa bei ausgeprägtem Engstand der unteren Frontzähne.
Für Erwachsene ist die Lage enger. Eine Retention wird nur dann von der Kasse getragen, wenn eine schwere Fehlstellung vorliegt und die Behandlung mit einem kieferchirurgischen Eingriff kombiniert wird. Alle anderen Erwachsenen bezahlen den Retainer privat, auch nach einer erfolgreichen Korrektur. Auch eine Behandlung mit durchsichtigen Alignerschienen endet mit einer Retentionsphase, die niemand anders übernimmt.
Die 100-Euro-Regel der Techniker Krankenkasse
Die Techniker Krankenkasse zahlt für Behandlungen, die nach dem 1. Januar 2026 abgeschlossen werden, einmalig bis zu 100 Euro zum festen Retainer. Das ist die Regelung dieser einen Kasse und keine allgemeine Vorgabe für die gesetzliche Krankenversicherung. Andere Kassen können es anders halten.
Den Zuschuss knüpft die TK an Bedingungen, die alle zusammen erfüllt sein müssen:
- Die kieferorthopädische Behandlung war von der TK genehmigt.
- Sie wurde erfolgreich abgeschlossen.
- Sie hat vor dem 18. Geburtstag begonnen.
- Die Patientin oder der Patient ist zum Zeitpunkt der Versorgung bei der TK versichert.
Großzügiger ist die TK bei den Indikationsgruppen E3 und E4 im Unterkiefer: Dort übernimmt sie die volle Kassenleistung, und die Praxis rechnet direkt über die Karte ab.
Reparaturen am Retainer schließt die TK dagegen ausdrücklich aus. Verwechseln Sie das nicht mit der zweijährigen Reparaturübernahme weiter oben: Die gilt für die herausnehmbare Retentionsplatte Minderjähriger und nicht für den geklebten Draht.

Wer überhaupt in eine Kassenbehandlung kommt
Vor der Retention steht die Einstufung in die kieferorthopädischen Indikationsgruppen, und sie entscheidet über alles Weitere. Die KZBV stellt klar, dass die Leistungspflicht der Kasse bei den Behandlungsbedarfsgraden 3 bis 5 besteht. Die Grade 1 und 2 gelten als kosmetisch und sind von der Kassenleistung ausgenommen.
Wessen Kind also mit KIG 2 eingestuft wird, zahlt die gesamte Behandlung privat, den Retainer eingeschlossen. Genau für diesen Fall gibt es Zahntarife für Kinder, und sie müssen laufen, bevor die Einstufung vorliegt.
Der Eigenanteil, der schon vor dem Retainer anfällt
Auch in einer genehmigten Kassenbehandlung strecken Eltern einen Teil der Kosten vor. Die Verbraucherzentrale beziffert diesen Eigenanteil auf 20 Prozent der Behandlungskosten, bei einem zweiten gleichzeitig behandelten Kind auf 10 Prozent. Zurück gibt es das Geld erst, wenn die Behandlung erfolgreich beendet ist.
Diese Regel steht so im Gesetz: §29 SGB V setzt den Anteil auf 20 Prozent fest und senkt ihn für das zweite und jedes weitere gleichzeitig behandelte Kind auf 10 Prozent. Heben Sie die Quittungen über den gesamten Behandlungszeitraum auf, sonst wird die Rückerstattung am Ende mühsam.
Welche Tarife die Retention mittragen
Kieferorthopädie ist die Leistungsart, unter die der Retainer fällt, und sie ist der Punkt, an dem sich Zahntarife am stärksten unterscheiden. Wir haben die vier Anbieter danach geordnet, wie gut sie zu einer Retention passen, die kein Unfall ausgelöst hat. Die DFV steht vorn, weil sie die Kieferorthopädie über alle Indikationsgruppen hinweg einschließt. MAXCARE ist eine Option, sofern Sie zur Exklusiv-Stufe greifen. ERGO ist hier nur für Eltern interessant, DA Direkt für alle, die früh und ohne konkreten Anlass vorsorgen.
DFV: Kieferorthopädie von KIG 1 bis 5
Die Deutsche Familienversicherung erstattet Kieferorthopädie gegen die Indikationsgruppen 1 bis 5, also auch dort, wo die gesetzliche Kasse mit Verweis auf Grad 1 oder 2 aussteigt. Genau das ist der Fall, der auf dieser Seite am häufigsten vorkommt. Eine Wartezeit gibt es nicht, dafür begrenzt eine Zahnstaffel die Leistungen in den ersten 48 Monaten.
| Tarifstufe | Erstattung Kieferorthopädie |
|---|---|
| Basis | 50 Prozent |
| Komfort | 70 Prozent |
| Premium | 80 Prozent |
| Exklusiv | 100 Prozent |
MAXCARE: für Erwachsene passt nur die Exklusiv-Stufe
MAXCARE deckt Kieferorthopädie bei Erwachsenen ausschließlich in der Stufe Exklusiv ab, und zwar ohne Wartezeit. Die beiden kleineren Stufen leisten nur, wenn ein Unfall die Behandlung ausgelöst hat.
| Tarifstufe | Kieferorthopädie bei Erwachsenen |
|---|---|
| Komfort | nur nach Unfall, 75 Prozent bis 1.000 Euro |
| Premium | nur nach Unfall, 85 Prozent bis 2.500 Euro |
| Exklusiv | 100 Prozent bis 2.500 Euro |
Für eine geplante Korrektur mit anschließender Retention sind Komfort und Premium damit keine Lösung, auch wenn die Leistungsübersicht das Wort Kieferorthopädie enthält. Wer diesen Anbieter für den Retainer in Betracht zieht, muss zur Exklusiv-Stufe greifen.
ERGO: ein Tarif für Kinder, nicht für Erwachsene
ERGO bietet mit dem Kieferorthopädie Sofortschutz für Kinder einen Tarif, der feste Retainer einschließt und mit 12,70 Euro im Monat angegeben ist. Für erwachsene Leserinnen und Leser dieser Seite ist das kein passendes Produkt, und wir führen es hier auch nicht als solches.
Für Eltern sieht die Rechnung anders aus. Wenn die Spangenbehandlung Ihres Kindes ansteht oder die Einstufung unter KIG 3 liegt, ist ein Kindertarif die Stelle, an der sich der Abschluss wirklich lohnt.
DA Direkt: vorsorgen, bevor die Spange ein Thema ist
DA Direkt ist die Adresse für alle, bei denen noch keine Behandlung geplant ist. Kieferorthopädie ist die Leistungsart, die Sie im Tarif zuerst nachsehen sollten, und zwar mit den beiden Fragen, die hier alles entscheiden: Gilt sie auch für Erwachsene, und gilt sie auch ohne Unfall? Wer erst nach dem Beratungsgespräch beim Kieferorthopäden abschließt, kommt für diese Behandlung zu spät.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ob nach einer Zahnkorrektur ein fester oder ein herausnehmbarer Retainer sinnvoll ist und wie lange er getragen werden muss, legt die kieferorthopädische Praxis anhand des Befunds fest.
Häufige Fragen zum Retainer
Was kostet ein Retainer?
Ein fester Kleberetainer kostet 300 bis 400 Euro pro Kiefer, eine einfache herausnehmbare Retentionsschiene ist ab 200 Euro zu haben. Dazu kommen später mögliche Reparaturen, die mit 20 bis 60 Euro pro Zahn zu Buche schlagen. Erwachsene tragen diese Beträge in aller Regel selbst.
Ist ein Retainer wirklich notwendig?
Ja, wenn das Ergebnis der Zahnkorrektur halten soll. Ohne Retention verschieben sich die Zähne bei über 85 Prozent der Behandelten wieder, während die Rückfallquote mit einem festen Retainer im Unterkiefer nach 20 Jahren bei rund 2 Prozent liegt. Zu entscheiden ist deshalb meist nur noch, welche Bauart zu Ihrem Alltag passt.
Was tun, wenn sich der Retainer löst?
Vereinbaren Sie sofort einen Termin, auch wenn nichts wehtut. Ein teilweise gelöster Draht hält die Zähne nicht mehr, kann sie aber weiter belasten, und die Zähne beginnen innerhalb von Wochen zu wandern. Die Reparatur kostet 20 bis 60 Euro pro Zahn, und die Techniker Krankenkasse übernimmt Retainer-Reparaturen ausdrücklich nicht.
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung allein wegen des Retainers?
Allein dafür nicht. Bei 300 bis 400 Euro einmalig rechnet sich kein Tarif, der nur diesen einen Posten abdecken soll. Sinnvoll wird der Abschluss, wenn die gesamte kieferorthopädische Behandlung noch bevorsteht oder wenn Sie ohnehin einen Zahntarif suchen und die Kieferorthopädie mit einschließen wollen.
