In der Morgenstille streift Katniss Everdeen, eine flauschige Katze mit blauen Augen, durch das Gebüsch. Nur wenige wissen von ihrer kleinen Tour, die sie abseits der menschlichen Augen unternimmt. Ein GPS-Tracker an ihrem Halsband erfasst jede Bewegung, jeden Schritt, den sie außerhalb ihres Zuhauses macht. Was macht Katniss so besonders? Sie ist eine von fast 1.000 Katzen, die an dem internationalen Forschungsprojekt “Cat Tracker” teilgenommen haben, um ein neues Licht auf das verborgene Leben unserer geliebten Samtpfoten zu werfen.
Zu Hause ist es am schönsten
Für die meisten Katzen scheint das alte Sprichwort “Es gibt keinen Ort wie zu Hause” sehr zutreffend zu sein.
Roland Kays vom North Carolina Museum of Natural Sciences dazu:
Ich war überrascht, wie wenig sich all diese Katzen bewegt haben. Die meisten von ihnen verbrachten ihre gesamte Zeit im Freien in einem Umkreis von 100 Metern um ihr Zuhause.
Aber auch wenn unsere Stubentiger scheinbar ihre häusliche Umgebung bevorzugen, weist die Studie darauf hin, dass sie auch auf kleinstem Raum einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen und sich selbst in Gefahr bringen können.
Die Reise der Stubentiger
Katniss ist ein Beispiel für eine durchschnittliche Hauskatze. Sie erkundete die Gegend rund um ihr Haus und die bewaldete Fläche dahinter, wagte sich aber auch bis zu den Wohnblöcken zu beiden Seiten ihres Hauses und überquerte sogar dreimal die zweispurige Straße vor ihrem Zuhause. Einmal lief sie sogar zu einem 300 Meter entfernten Parkplatz. Mehr als die Hälfte der Katzen blieben in einem Bereich von etwa einem Hektar, etwa der Fläche von zwei American-Football-Feldern.
Es gab jedoch auch einige bemerkenswerte Ausnahmen. Penny, eine junge Katze aus Neuseeland, streifte weitläufig über die Hügel hinter ihrem Haus und deckte eine Fläche von über 7,5 Quadratkilometern ab. Dann war da noch Max, ein kastrierter Kater aus dem Südwesten Englands, der eine anderthalb Kilometer lange Strecke zurücklegte — und dann wieder umkehrte und den gleichen Weg zurücklief. Warum er dies tat, bleibt jedoch ein Rätsel.

Auswirkungen auf die Umwelt
Obwohl sie größtenteils in ihrem Heim bleiben, können Katzen einen beträchtlichen Einfluss auf die Umwelt haben.
“Je mehr Katzen draußen herumstreunen, desto mehr Stress und Todesfälle kann es unter den wildlebenden Arten geben”
sagt Troi Perkins, eine Studentin an der North Carolina State University. Gerade in urbanen Gebieten, in denen die Wildtiere bereits durch Fragmentierung und Bautätigkeiten betroffen sind, können Katzen einen erheblichen zusätzlichen Druck ausüben.
Gefahren im Freien
Die Studie offenbarte auch die Risiken, denen Mietzen ausgesetzt sind, wenn sie ihr Zuhause verlassen. Etwa 10 Prozent der beobachteten Katzen verließen ihre gewohnte Umgebung und streiften durch natürliche Gebiete, in denen sie selbst zur Beute von Tieren wie Kojoten und Dingos werden können. Besorgniserregend ist auch die hohe Anzahl an Katzen, die während der sechs Tage Beobachtung Straßen überquerten.
“Als die Besitzer die Daten ihrer Katzen erhielten, machten sich viele von ihnen mehr Sorgen darüber, dass ihr Haustier Straßen überquerte – und weniger darüber, dass es Jagd auf Wildtiere machte“
sagt Heidy Kikillus, Leiterin des neuseeländischen Teams. Tatsächlich wurden einige Katzen nach der Studie überfahren, was die Gefahr, die von Autos ausgeht, bestätigt. Wenn Sie sich um die Gesundheit und Sicherheit Ihres Stubentigers Sorgen machen, dann können GPS-Tracker Abhilfe schaffen.
Die aktuell besten GPS-Tracker für Katzen
GPS-Tracker für Katzen sind kleine Navigationssysteme, die am Halsband angebracht werden und Ihnen den Standort Ihres Tieres in Echtzeit anzeigen. So können Sie die Abenteuer Ihres Haustieres verfolgen und gleichzeitig im Notfall schnell handeln. Die aktuell besten GPS-Tracker für Ihre Fellnase sind:
Katzentrends: Faulheit oder Überlebensstrategie?
Obwohl die Forscher Unterschiede in den Aktivitäten der Mietzen aus verschiedenen Ländern erwarteten, zeigte sich ein erstaunlich einheitliches Bild. Katzen schienen überall recht nah an ihrem Zuhause zu bleiben, wobei australische Mietzen sogar noch kleinere Streifgebiete hatten als alle anderen. “Katzen sind überall faul”, fasst Kays zusammen. Die Studie fand auch heraus, dass Kater größere Strecken zurücklegen als weibliche, kastrierte oder sterilisierte Katzen weniger laufen als intakte, junge Mietzen mehr als alte und ländliche Katzen mehr als Stadtkatzen.
Die Zukunft des Katzen-Trackings
Obwohl die Studie viele neue Einblicke in das Leben unserer Hauskatzen bietet, gibt es laut den Forschern noch viel mehr zu lernen.
“Wir arbeiten an neuen Technologien, die hochauflösenderes GPS und Beschleunigungsmesser kombinieren. Dadurch kann man das Verhalten von Katzen genauer analysieren – insbesondere, wie oft und wo sie jagen.”

Die Kombination von GPS-Daten und Videoaufnahmen aus der Katzenperspektive, sogenannten “Kitty Cams”, könnte uns noch detailliertere Einblicke in das geheime Leben unserer vierbeinigen Freunde geben.
Unser Fazit
Unsere geliebten Samtpfoten mögen auf den ersten Blick sehr häuslich erscheinen, doch das internationale Cat Tracker-Projekt zeigt, dass sie kleine Abenteurer sind, die sowohl Einfluss auf die Umwelt als auch Risiken eingehen. Mit den neuen Technologien, die in der Entwicklung sind, werden wir in den kommenden Jahren sicherlich noch mehr über das spannende Leben unserer Stubentiger erfahren.