Aus für letzte deutsche HoffnungWimbledon-Schock wegen Teenagerin: Tatjana Marias Traum platzt

Tatjana Maria, GER, during first round of 2026 All England Lawn Tennis Championships at Wimbledon, womens singles, London, 29/06/2026 - *** Tatjana Maria, GER, during the first round of the 2026 All England Lawn Tennis Championships at Wimbledon, women s singles, London, June 29, 2026 PUBLICATIONxNOTxINxCHNxSUI
Tatjana Maria muss in Wimbledon die Koffer packen.
IMAGO/Schreyer

Tatjana Maria reist mit großen Hoffnungen nach Wimbledon. Doch der Traum von einem erneuten Siegeszug beim Rasenklassiker platzt in Runde zwei in nur 68 Minuten.

Nach dem Aus im Eiltempo gratulierte Tatjana Maria ihrer bärenstarken Gegnerin fair und schlich mit hängendem Kopf von Court 15: Für die Rasenspezialistin ist der Traum von einem erneuten Siegeszug in Wimbledon in nur 68 Minuten zerschellt. Gegen die US-amerikanische Teenagerin Iva Jovic verlor die Halbfinalistin von 2022 in der zweiten Runde chancenlos 1:6, 2:6 und schied als letzte deutsche Spielerin an der Church Road aus. „Momentan bin ich schon enttäuscht, weil ich mich eigentlich gut gefühlt habe und dachte, dass da was möglich wäre“, sagte Maria.

Im Duell mit der erst 18 Jahre alten Jovic, die als eines der größten Talente auf der WTA-Tour gilt, hatte sich die Rasenexpertin Maria trotz ihrer Außenseiterrolle Chancen ausgerechnet. Schließlich stimmte die eigene Form, bei der Generalprobe in Eastbourne war sie bis in das Finale eingezogen und damit wieder in die Top-100 der Weltrangliste geklettert. Und auch bei ihrem Start in Wimbledon gegen die Kasachin Julija Putinzewa hatte sie eine gute Leistung gezeigt.

Doch gegen Jovic, Nummer 16 der Setzliste, bekam die 38-Jährige früh ihre Grenzen aufgezeigt. Während Maria zu Beginn auf ihrem Lieblingsbelag erste Chancen ausließ, stellte sich die US-Amerikanerin blitzschnell auf die vielen typischen Slice-Schläge ihrer Gegnerin ein - und dominierte das Match anschließend nach Belieben. „Wir haben beide nervös angefangen, dann habe ich sie ein bisschen ins Match reingelassen“, sagte Maria: „Und dann bin ich nicht mehr reingekommen, weil sie besser und besser wurde.“ Im „Großen und Ganzen“ sei die Rasensaison dennoch wieder eine „gute“ gewesen.

Einzig Maria hatte aus deutscher Sicht bei den Frauen ihr Auftaktmatch gewonnen. Laura Siegemund, Eva Lys, Ella Seidel und Tamara Korpatsch waren allesamt an ihrer ersten Hürde gescheitert. Eine derart schwache Bilanz hatte es zuletzt 2008 gegeben, als nur Julia Görges die zweite Runde erreichte.

Bei den Männern sieht die Bilanz erfreulicher aus, auch wenn Daniel Altmaier als einziger der vier deutschen Männer den Einzug in die zweite Runde verpasste. Der Kempener, der zuletzt in Halle/Westfalen bis ins Halbfinale gestürmt war, unterlag dem Slowaken Alex Molcan 4:6, 6:3, 5:7, 2:6. Die Begegnung war am Dienstag nach drei Sätzen wegen einsetzender Dunkelheit unterbrochen worden. „Er hat gestern und heute von Anfang an sehr gut gespielt“, sagte Altmaier, der sich für die Rasensaison Dustin Brown in sein Team geholt hatte: „Es war ein ausgeglichenes Match, er war an dem Tag besser.“

Am Donnerstag ist dann wieder French-Open-Sieger Alexander Zverev gefordert. Nach dem mühsamen Start in seine Titelmission gegen Alexander Blockx aus Belgien geht es für den Hamburger nun in Runde zwei gegen den Franzosen Valentin Royer. „Ich glaube, dass ich generell dieses Jahr besser Tennis spiele als letztes Jahr“, sagte Zverev, der nach seinem erlösenden Sieg in Paris mit einem neuen Selbstverständnis auf Rasen antritt - und sich dabei auch nicht von einer laufenden Nase aufhalten lassen will.

„Ich fühle mich gut“, sagte Zverev über seine Rasenallergie. So etwas sei „nichts Tödliches, ich werde es überleben. Es wird auch nicht ein Vor- oder Nachteil sein bei diesem Turnier.“ Zudem trifft Yannick Hanfmann, der in Wimbledon seine Premiere in der zweiten Runde feiert, auf den an Nummer 19 gesetzten Russen Karen Chatschanow.

Verwendete Quellen: mar/sid