Olympia-Held offenbart nach Sprint-Gold„Ich habe meine Therapeutin angerufen“

Noah Lyles ist 100-Meter-Olympiasieger.
Noah Lyles jubelt mit der US-Fahne.
David J. Phillip/AP

Schneller als ER rennt keiner!
US-Boy Noah Lyles (27) ist neuer Olympiasieger über die 100 m Sprint, überquert nach 9,79 Sekunden die Ziellinie und darf sich nun offiziell „Schnellster Mann der Welt“ nennen. Doch: Für seine Höchstleistung braucht er entscheidende Hilfe.

„Du musst loslassen, du musst es fließen lassen”

Lyles verrät anschließend: „Ich habe meine Therapeutin angerufen und sie sagte: ‘Du musst loslassen, du musst es fließen lassen’“. Und weiter: „Und ich sagte: ‘In Ordnung, ich werde dir vertrauen.’“ Nach dem Telefonat ist er bereit fürs Rennen und seinen historischen Sprint zu Gold. Am Ende hat der 27-Jährige in der knappsten Entscheidung der Olympia-Geschichte über die Königsstrecke nur fünf Tausendstelsekunden Vorsprung auf den Jamaikaner Kishane Thompson. Es ist der bisherige Höhepunkt seiner Karriere und zugleich fast ein Wunder.

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Depression bremst Noah Lyles aus

Grund: 2020 fällt Lyles in eine tiefe Depression - bis heute geht er offen mit der Erkrankung um. Zuletzt erzählt er in einem Interview mit der NZZ: „Ich redete nicht mehr mit Leuten, ich zog mich zurück, ich hatte keine Freude mehr an dem, was ich tat. Irgendwann machte es mir nicht einmal mehr Spaß, hinauszugehen und zu trainieren. Und als dann auch noch meine Mutter zu mir kam und ich keine Lust hatte, mit ihr zu sprechen – da wusste ich, dass etwas völlig falsch läuft.“ In der Öffentlichkeit schweigt er zunächst, bis es ein Jahr später aus ihm herausbricht.

Nach den Olympischen Spielen von Tokio und dem verlorenen Finale spricht er erstmals über seine Probleme - der Brustlöser! „Das hat in mir ein neues Feuer entfacht.“ Vor dem Rennen war er damals überzeugt, dass er den Sieg verdient habe. „Nach dieser Niederlage begriff ich, dass man nichts einfach verdient, man muss es sich erarbeiten. Damals habe ich mich entschieden, dass ich für jedes Rennen hart arbeiten und nichts mehr für selbstverständlich nehmen werde.“

Jetzt der große Erfolg und die Belohnung für seine harte Arbeit - nach über 20 Jahren gewinnt er über die 100 m wieder Gold für die USA.

Klar, dass er jetzt sich jetzt auch zu Gold über die 200 m küren will... (tli)