Schwimmen in Paris„Nicht erträumt“: Wellbrock holt mit Staffel drittes EM-Gold

Zum Abschluss der Freiwasserwettbewerbe bei der EM gewinnen die Deutschen ihr nächstes Gold. Wellbrock sticht als dreifacher Europameister heraus. Schon heute steht eine große Reise an.
Florian Wellbrock winkte seine Teamkollegen heran und posierte mit ihnen für ein Siegerfoto mit Deutschland-Fahne. Die deutsche Mixed-Staffel hat sich zum Abschluss der Freiwasser-Wettbewerbe in der Seine zum Europameister gekrönt.
„Wir sind amtierender Weltmeister in dem Event, jetzt auch Europameister. Ich glaube, mehr geht heute nicht“, sagte Wellbrock, der in Paris drei Goldmedaillen gewann. Bundestrainer Bernd Berkhahn stellte fest: „Tolles Rennen, toller Erfolg, Medaillenspiegel gewonnen: Wir sind sehr zufrieden.“
Julia Ackermann, Isabel Gose, Oliver Klemet und Wellbrock verwiesen Italien und Ungarn über 4x1,5 Kilometer auf die Plätze zwei und drei. Es war die vierte deutsche Goldmedaille im Pariser Fluss. Wellbrock gewann über fünf und zehn Kilometer, Gose siegte im Knockout Sprint. Zudem holte Klemet Bronze auf der olympischen Distanz.
Wellbrock: „Wahnsinnig dankbar“
„Drei Medaillen, drei Titel hätte ich mir vorher nicht erträumt hier bei der Europameisterschaft. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich das hier so nochmal erleben durfte“, sagte Wellbrock. Anders als vor zwei Jahren nach den Olympischen Spielen verlässt der 28-Jährige die französische Hauptstadt nicht schwer geschlagen, sondern mit reichlich schönen Erinnerungen. Und Wellbrock hat schon das nächste Ziel vor Augen.
„Ich packe gleich meinen Koffer und dann geht's in den Flieger nach Los Angeles“, sagte er. In Kalifornien will Wellbrock schon einmal die Strecke der Sommerspiele 2028 testen.
Dann will am liebsten auch Ackermann dabei sein. Die 19-Jährige hielt als Startschwimmerin mit ihrer weiblichen Konkurrenz gut mit, konnte das hohe Tempo des Türken Emir Batur Albayrak aber logischerweise nicht mitgehen und wechselte mit 35 Sekunden Rückstand auf Gose. Doch die brauchte lediglich drei Minuten, um die Lücke auf die Türkei zu schließen und sich an die Spitze zu setzen. Gemeinsam mit Italien und Ungarn brachte die Knockout-Sprint-Europameisterin Deutschland auf Medaillenkurs.
Wellbrock: „Ich hatte heute eine Menge Druck“
Mit 1,2 Sekunden Rückstand auf Italien übergab Gose an Klemet, der über 10 Kilometer Bronze gewonnen hatte. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die deutschen Männer nach der überraschend verfehlten Medaille im Knockout Sprint auf sportliche Wiedergutmachung aus waren. Er wechselte mit 8,15 Sekunden Vorsprung auf Ungarn auf Wellbrock.
„Ich hatte heute eine Menge Druck“, sagte Wellbrock. „Wenn man als Letzter in einer führenden Position auf die Strecke geht, dann bringt das natürlich eine gewisse Verantwortung mit. Das, was die anderen gut gemacht haben, möchte ich natürlich nicht versauen.“
Auf einer spannenden Schlussrunde attackierten David Betlehem für Ungarn und Gregorio Paltrinieri aus Italien den Deutschen. „Flo hat es mal wieder spannend gemacht, damit wir hier auch alle fast eine Herzattacke bekommen“, sagte sein Magdeburger Trainer Berkhahn. Im Finale zog Wellbrock dann das Tempo an und der Konkurrenz davon.