Gewinner nutzt das Chaos ausHorror-Crash beim Giro d’Italia – dieser Italiener jubelt doch noch!

Cycling - Giro d'Italia - Stage 6 - Paestum to Napoli - Italy - May 14, 2026 XDS Astana Team's Davide Ballerini celebrates winning stage 6 REUTERS/Jennifer Lorenzini
Davide Ballerini schaffte es ohne Sturz ins Ziel und gewann.
REUTERS

Bei der Italien-Rundfahrt vergeht kaum ein Tag ohne Stürze. Dieses Mal rappelt es in der letzten Kurve. Auch den dreimaligen Giro-Etappensieger Nico Denz erwischt es. In Neapel jubelt ein Italiener. Ein Deutscher übt heftige Kritik.

Ein Massensturz in der letzten Kurve hat das Sprint-Finale auf der sechsten Etappe des Giro d’Italia überschattet - und den Gastgebern den ersten Heimsieg beschert. Der Italiener Davide Ballerini profitierte von dem Crash seiner Kollegen auf dem Kopfsteinpflaster in Neapel und holte sich nach 141 Kilometern vor dem Belgier Jasper Stuyven und dem Franzosen Paul Magnier den Sieg.

Wenige hundert Meter vor dem Ziel gingen der niederländische Sprintstar Dylan Groenewegen und gut ein Dutzend weiterer Fahrer zu Boden. Ballerini nutzte das Chaos und sorgte für den ersten italienischen Sieg beim diesjährigen Giro, der schon seit dem Start in Bulgarien von vielen Stürzen beeinträchtigt ist.

„Die Zielkurve war leicht nass. Eigentlich wussten wir vorher schon zu 70:30 Prozent, dass wir nicht durchkommen. Das Spektakel ist wieder da, sie haben uns stürzen sehen. Ich weiß nicht, ob es das braucht“, kritisierte der deutsche Sprinter Pascal Ackermann die Streckenführung.

Schon zuvor hatte es einen heftigen Sturz gegeben. Dabei erwischte es den dreimaligen Giro-Etappensieger Nico Denz. Der 32-Jährige kam gut 100 Kilometer vor dem Ziel in einer Rechtskurve zu Fall und knallte auf den Kopf. Sichtlich benommen schien die Rundfahrt für Denz beendet zu sein, doch der für seinen großen Einsatzwillen bekannte Red-Bull-Profi rappelte sich wieder auf und schaffte es gar zurück ins Peloton.

Die Gesamtwertung führt weiter der Portugiese Afonso Eulalio an. Am Freitag könnte seine Fahrt in Rosa aber enden, wenn es auf der siebten Etappe hinauf zum legendären Blockhaus geht. Über 13,6 Kilometer wartet eine durchschnittliche Steigung von 8,4 Prozent. Dann ist Topfavorit Jonas Vingegaard erstmals gefordert. Der zweimalige Tour-Champion aus Dänemark hatte sich bislang zurückgehalten und konnte auch den vielen Stürzen aus dem Weg gehen.

Verwendete Quellen: sue/dpa