Druck auf FIFA-PräsidentWales will Infantinos Wiederwahl nicht mehr unterstützen

Nach dem Investoren-Fiasko von Gianni Infantino geht ein Verband in die Offensive. Wales sagt öffentlich nein zu einer möglichen Wiederwahl des FIFA-Bosses. Es bleibt nicht das einzige Land.
Als erster einzelner Fußball-Verband hat Wales öffentlich seine Unterstützung für die von Gianni Infantino beabsichtigte Wiederwahl zum FIFA-Boss im kommenden Jahr wieder entzogen. „Die jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen haben dazu geführt, dass Herr Infantino das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen“, zitierte Sky News in England den Walisischen Fußball-Verband FAW.
Serbien will eine „neue Führung“
Der Co-Gastgeber der EM 2028 im Vereinigten Königreich und Irland bestätige demnach „den Entzug seiner Unterstützung für die Kandidatur von Herrn Gianni Infantino zur Wiederwahl als FIFA-Präsident für die Amtszeit 2027 bis 2031.“ Dies habe der Verband der FIFA auch schriftlich mitgeteilt. „Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können.“
Während kurz danach England Medienberichten zufolge noch an einem entsprechenden Brief an die FIFA-Spitze arbeitete, entzogen die Serben Infantino ihre Unterstützung. Der Verband sei der Ansicht, dass es „in der gegenwärtigen Situation neues Vertrauen, einen neuen Ansatz und eine neue Führung“ brauche, die dazu beitrage, „den Dialog, die Geschlossenheit und die Glaubwürdigkeit der internationalen Fußballinstitutionen wiederherzustellen“.
FIFA-Wahlen 2027 in Marokko
Infantino hatte nach massivem Widerstand Pläne zurückgezogen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte der FIFA etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzunehmen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA), wovon Wales Mitglied ist, war den Schweizer danach scharf angegangen. Längst wird auch über die Zukunft Infantinos diskutiert, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht.
Im kommenden Jahr stehen Wahlen an. Am 18. März 2027 möchte sich Infantino, wenn alles geordnet zugeht, in Rabat (Marokko) auf dem 77. FIFA-Kongress den Statuten zufolge ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen.
