Fußball in EnglandSpionage-Affäre: Auch Verband ermittelt gegen Southampton

Wegen der Spionage-Affäre wurde der FC Southampton mit dem deutschen Trainer Tonda Eckert vom Aufstiegs-Finale ausgeschlossen. Nach der harten Strafe droht dem Club weiterer Ärger.
Im Zuge des Spionage-Skandals um den FC Southampton mit dem deutschen Trainer Tonda Eckert hat nun auch der englische Fußballverband FA eigene Ermittlungen eingeleitet. Wie ein Sprecher mitteilte, werde geprüft, ob weitere Anklagen erhoben werden.
Zuvor hatte eine unabhängige Kommission der englischen Fußball-Liga (EFL) den Club wegen der sogenannten „Spygate“-Affäre aus den Championship-Playoffs ausgeschlossen und mit einem Vier-Punkte-Abzug für die kommende Saison bestraft.
Berufung wurde abgewiesen
Southamptons Berufung gegen die Sanktionen wurde am Mittwochabend abgewiesen. Stattdessen bestreitet nun der FC Middlesbrough, der im Halbfinale gegen Southampton ausgeschieden war, das Playoff-Finale gegen Hull City.
Southampton hatte eingeräumt, Trainingseinheiten von Middlesbrough sowie von Oxford United und Ipswich Town beobachtet zu haben - ein Verstoß gegen die EFL-Regularien. Alle Vorfälle ereigneten sich laut Trainer Tonda im Dezember. Die Zukunft des 33-Jährigen ist ungewiss.
Club nennt Strafe unverhältnismäßig
Southamptons Clubboss Phil Parsons bezeichnete die Strafe als „offensichtlich unverhältnismäßig“. Durch den Ausschluss aus den Playoffs verlieren die Saints die Chance auf den Aufstieg in die Premier League und damit auf mögliche Mehreinnahmen in Höhe von umgerechnet rund 235 Millionen Euro.
Medienberichten zufolge prüfen einige Southampton-Profis rechtliche Schritte gegen den eigenen Club. Teile des Kaders hatten nach dem Premier-League-Abstieg vor einem Jahr Gehaltskürzungen von bis zu 40 Prozent akzeptiert, die im Falle des Wiederaufstiegs wieder aufgehoben würden. Außerdem soll es auch um eine Aufstiegsprämie von 150.000 Pfund (rund 175.000 Euro) gehen.
