Kritik an FIFA-PräsidentConcacaf schießt gegen Infantino: „Ungeheuerliche Handlung“

Die Kritik um Gianni Infantino reißt nicht ab. (Archivfoto)
Die Kritik um Gianni Infantino reißt nicht ab. (Archivfoto)
Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

Die Luft für Gianni Infantino nach seinen Investorenplänen wird immer dünner: Der nächste Kontinentalverband wählt in einer Mitteilung harsche Worte gegen den FIFA-Präsidenten.

Der nächste Fußball-Kontinentalverband hat mit einer scharf formulierten Stellungnahme den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino weiter erhöht. Der ursprünglich geplante Investoren-Deal der FIFA sei „Symptom für eine Führung, die aufgehört hat, den Fußball an erste Stelle zu setzen“, teilte die für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Concacaf in einer Stellungnahme mit.

Die 41 Mitglieder der Concacaf begrüßten die Rücknahme des vorgeschlagenen Projekts, sehen das Thema damit aber alles andere als abgeschlossen an. „Diese jüngste einseitige und ungeheuerliche Handlung, die von schlechter Regierungsführung und Führungsschwäche zeugt, reiht sich ein in eine Reihe von Fehltritten und ähnlichem Verhalten. Eine umfassende Aufarbeitung dieser Präsidentschaft ist unerlässlich.“

Concacaf: Sport gehört nicht in die Hände einer einzelnen Person

Zuvor hatte bereits die UEFA mit harschen Worten eine solche Aufarbeitung gefordert. „Diese Überprüfung muss gründlich und umfassend sein. Keine Option darf von vornherein ausgeschlossen werden“, hieß es in einer Mitteilung. „Wir müssen die Verantwortlichen ausfindig machen und sie zur Rechenschaft ziehen.“

Die Concacaf lobte das entschiedene Vorgehen der Verbände gegen die FIFA-Pläne. „Die in dieser Woche von unseren Mitgliedsverbänden gezeigte Einheit hat bestätigt: Wenn Mut, Integrität und solide Führung im Vordergrund stehen, bleibt der Sport dort, wo er hingehört - in den Händen des Fußballs - und nicht in den Händen einer einzelnen Person“, hieß es in Richtung Infantinos. „Wir alle sind lediglich Verwalter, die einem Spiel dienen, das uns allen gehört.“

Die Pläne der FIFA um Infantino hatten vorgesehen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen. Für die Umsetzung wollte die FIFA das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. In der Nacht zum Samstag hatte der Weltverband die Pläne nach massivem Widerstand unter anderem der Kontinentalverbände aufgegeben.