Jetzt gibt er GasJürgen Klopp im Turbo-Modus! So rast der neue Bundestrainer durch die Liga

Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp bereist Fußball-Deutschland und bringt erste Botschaften mit. Es geht um Intensität, neue Spieler und Ansprüche - und einen Besuch beim FC Bayern.
Jürgen Klopp wirkt fast wie ein Getriebener in diesen Tagen. Am Freitagabend Bundesliga-Auftakt in München, am Samstag die große Abschiedssause bei seinem bisherigen Arbeitgeber, ebenfalls in München, am Sonntag ein Besuch beim FC Bayern, dann rasch weiter zum Bundesliga-Spiel nach Augsburg. Und am Montag dann die Aufwartung beim VfB Stuttgart. „Ich war lange weg“, sagt der neue Bundestrainer, „elf Jahre. Deshalb ist genug zu tun.“ In der Tat.
Elf Jahre war Klopp weg aus der Bundesliga, am 17. September muss er erstmals einen Kader nominieren. Das heißt: viele Gespräche führen, vor Ort oder fernmündlich. Klopp hat mit Florian Wirtz telefoniert, Jamal Musiala eine Sprachnachricht geschickt, vorerst. Am Sonntag war der Gedankenaustausch mit Vincent Kompany beim FC Bayern geplant, am Montag wird er unter anderem mit Dzenan Pejcinovic und Deniz Undav in Stuttgart reden. Zwei seiner angeblich 57 möglichen Kandidaten.
Klopp: „Bester Job der Welt“
„Bisher macht alles Spaß. Ich habe den besten Job der Welt“, betonte Klopp etwa bei Sat.1 oder Sky, und ja, ergänzte er, „es ist so, wie es sein soll. Voller positiver Gefühle und Vorfreude.“ Der Bundestrainer weiß aber auch: „Ich habe noch kein Spiel verloren.“ Und das kann sich schnell ändern, zumal Klopp nicht allzu viel Zeit hat, Einfluss auf die Nationalspieler zu nehmen, die er in zweieinhalb Wochen für die anstehenden vier Spiele der Nations League nominieren wird.
Der Erwartungsdruck ist hoch, das weiß Klopp. „Wir haben ganz viel vor beim DFB“, berichtete er, „aber wir wissen, wir können uns Zeit nur kaufen über Ergebnisse, also über Fortschritte.“ Er könne erzählen, was er wolle, „aber wenn wir am Ende die Spiele verlieren, dann habe ich auch nicht so wahnsinnig viel Zeit“. In den Niederlanden (24. September), gegen Griechenland in Augsburg (27. September), gegen Serbien in München (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober), das weiß Klopp, muss er liefern.
„Wir haben dann anderthalb Trainingseinheiten vor dem Holland-Spiel. Da werden wir den Fußball nicht großartig verändern“, mahnte Klopp. Ändern will er zumindest die Einstellung. Den kontaktierten Spielern habe er eine „Botschaft“ übermittelt, „und die Botschaft, um die es da geht, ist einfach: dass wir vieles intensiver gestalten wollen. Da sind sich aber auch alle einig. Es ist ja wirklich so: Besser spielen sollte möglich sein, und dafür muss jeder ein bisschen mehr machen.“
Austausch von Klopp und Kompany
Undav, den Klopp am Montag bei seinem Besuch in Stuttgart treffen könnte, ist vom neuen Bundestrainer bereits überzeugt. „Einer der besten deutschen Trainer jemals“, sagte er nach dem 1:5 des VfB am Freitag in München, „wahrscheinlich sogar der beste.“ Für ihn, ergänzte der neue Kapitän der Schwaben, „war er eine Legende, wie er bei Liverpool an der Seitenlinie herumgeschrien hat. Mal gucken, was jetzt passiert. Ich freue mich auf jeden Fall.“
Von Kompany, der seinen FC Bayern wieder auf eine neue Stufe zu heben scheint, kann Klopp jedenfalls Unterstützung erwarten. „Ich kenne den Druck, den er bekommt, und was das für seine Entscheidungen bedeutet“, sagte der Trainer der Münchner, „aber ich glaube, gemeinsam haben wir eine Rolle: die Spieler dahin zu bringen, wo sie bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und großen Turnieren sein müssen - fit und gut vorbereitet.“
Verwendete Quellen: dbe/sid



