Formel 1Russell schlägt im WM-Duell zurück: Sprintpole vor Antonelli

George Russell schlägt im WM- und Teamduell zurück.
George Russell schlägt im WM- und Teamduell zurück.
Graham Hughes/The Canadian Press/AP/dpa

Mercedes vor Mercedes. George Russell gewinnt die Sprintqualifikation in Kanada. Er schlägt seinen Teamkollegen Kimi Antonelli, der WM-Führende. Lange sieht es nach einer Hamilton-Überraschung aus.

WM-Verfolger George Russell hat sich die Pole für das Formel-1-Sprintrennen in Montréal gesichert und im Stall und Titelduell mit Teenager Kimi Antonelli vorerst zurückgeschlagen. Der Brite verwies den 19 Jahre alten WM-Spitzenreiter aus Italien auf dem Circuit Gilles Villeneuve auf den zweiten Platz. „Ich hatte nie Selbstzweifel“, betonte Russell: „Es fühlt sich sehr gut an.“

Dritter wurde Weltmeister Lando Norris im McLaren vor seinem Teamkollegen Oscar Piastri und Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari, für den zwischenzeitig mehr drin gewesen war. Vierfach-Champion Max Verstappen kam im Red Bull nicht über Rang sieben hinaus.

Hamilton stark zu Beginn

Im einzigen Freien Training hatte Montréal-Spezialist Hamilton (sieben Grand-Prix-Siege) gezeigt, dass mit ihm zu rechnen sein könnte. Im vergangenen Jahr hatte sich der mittlerweile 41 Jahre alte Brite die Sprint-Pole in China gesichert. Im ersten K.o.-Abschnitt auf dem Circuit Gilles Villeneuve verwies er Antonelli auf Rang zwei, Verstappen auf drei.

Durch einen Crash von Ex-Champion Fernando Alonso im Aston Martin musste die Schlussphase unterbrochen werden. Nico Hülkenberg hatte sich im Audi rechtzeitig einen Platz zum Weiterkommen gesichert und wurde am Ende des Sprint-Qualifyings Elfter.

Im Mittelabschnitt drehte nun Russell mächtig auf und distanzierte Hamilton um fast eine halbe Sekunde auf den zweiten Platz, Antonelli lag auf Rang drei. Bei Verstappen haperte es auf einmal: Klagen übers Fahrverhalten des Red Bulls und lediglich Rang neun.

In den entscheidenden acht Minuten des dritten K.o.-Abschnitts verpatzte Hamilton seinen ersten Versuch, ehe er die erste Bestzeit setzte. Lange Bestand hatte sie nicht. Denn Russell schob sich wieder vor Hamilton. Antonelli kam an seinem Mercedes-Vorgänger zunächst nicht vorbei. Hamilton wollte aber Platz eins, nur gelang es nicht mehr. Stattdessen schoben sich Norris und Piastri auch noch vor ihn – und Antonelli.

Der Italiener führt im Klassement nach drei Grand-Prix-Siegen in Serie mit 20 Punkten vor Russell, der seinerseits mit dem Sieg beim Auftaktrennen in die Saison gestartet war.

Traurige Begegnung mit einem Murmeltier

Bitter und traurig verlief der Arbeitstag für Williams-Pilot Alexander Albon. Der große Tierfreund konnte im einzigen Freien Training in Kanada einem der nicht seltenen Murmeltiere ausweichen und krachte in die Streckenmauer. Albons Wagen wurde dabei so beschädigt, dass er in der Qualifikation für das Sprintrennen gar nicht antreten konnte. Dasselbe galt für Liam Lawson, dessen Racing-Bulls-Wagen im Freien Training stehen geblieben war.

Die Rennleitung hatte wegen der beiden Unterbrechungen die nur 60-minütige Trainingseinheit um eine Viertelstunde verlängert.