Staatsanwaltschaft ordnet Autopsie anTod von Rad-Talent Finlay Tarling: Jetzt ermittelt die Justiz

Der walisische Radprofi Finlay Tarling kommt während eines Rennens bei einem tragischen Unfall ums Leben. Die Tragödie wird untersucht - und sorgt für Trauer und Wut.
Nach dem tragischen Tod des walisischen Rad-Talents Finlay Tarling hat die portugiesische Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Zudem wurde eine Autopsie des am Freitag bei dem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug tödlich verunglückten Radrennfahrers gerichtlich angeordnet, wie die Justiz auf Anfrage bestätigte.
Der 19-jährige Waliser sei am Freitag Medienberichten zufolge auf der achten Etappe von Melgaco nach Fafe zurückgefallen. Im Bereich der Gemeinde Ponte de Lima sei er bei einer schnellen Abfahrt in einer Linkskurve frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen, das nicht zur Rennorganisation gehörte. Die eingeleiteten Ermittlungen sollen unter anderem klären, wie das Fahrzeug noch vor der Durchfahrt des Schlusswagens auf die Rennstrecke geraten konnte.
Fahrer fährt Tarling entgegen
Der Fahrer des Fahrzeuges habe aus einem Nebenweg kommend zunächst an der Hauptstraße gewartet und das Hauptfeld der Rennradfahrer passieren lassen, sagte ein Polizeisprecher im staatlichen portugiesischen TV-Sender RTP.
Als dann zunächst keine weiteren Radprofis mehr kamen, habe er umstehende Zuschauer gefragt, ob die Strecke wohl schon frei sei. Da die umstehenden offenbar irrtümlich davon ausgegangen seien, dass keine weiteren Rennfahrer mehr folgen würden, bog der Mann auf die Rennstrecke ein, wo er wenig später mit Tarling kollidierte. Ein Sprecher der portugiesischen Polizei erklärte gegenüber RTP, der „Besenwagen“, der Transporter, der das Ende des Konvois und damit das Ende der rollierenden Straßensperre markiert, befand sich hinter ihm. Catanario sagte, die Polizeieskorte habe „mit Tarling nicht Schritt halten können“. Ein Alkohol- und Drogentest bei dem Fahrer sei negativ gewesen.
„Ständiges Wunder“
Tarlings Tod hat derweil eine Welle der Empörung ausgelöst. „Wir sind sprachlos und voller Wut nach der Nachricht vom Tod von Finlay Tarling bei der Volta a Portugal“, schrieb die Fahrer-Gewerkschaft CPA. „Es ist nicht richtig, dass das Leben eines jungen Sportlers auf diese Weise enden sollte, und wir sind wütend, dass es auch heute noch nicht möglich ist, solch schwere Unfälle zu verhindern.“
Der ehemalige französische Profi Jérôme Pineau gehörte zu denen, die die Sicherheitsvorkehrungen bei dem Rennen kritisierten, die er als „katastrophal“ bezeichnete .Pineau, der zwischen 2002 und 2015 an mehreren Grand Tours teilnahm, bezeichnete das Ausbleiben weiterer Zwischenfälle bei dem Rennen als „ein ständiges Wunder“ und fügte hinzu, dass „die Zielankünfte eines Rennens dieses Niveaus nicht würdig sind.“
Verwendete Quellen: ter/dpa


