Traum vom Finale platzt in HalleAlexander Zverev verliert Qual-Duell gegen seinen Angstgegner

Wieder nichts mit dem ersten Rasentitel: Beim Heimspiel in Halle kämpft Alexander Zverev trotz Hitze und körperlicher Probleme gegen seinen Angstgegner. Am Ende verliert er nur knapp.
Alexander Zverev schlich wie ein Schatten seiner selbst durch die „Rasensauna“ von Halle - er litt während der Ballwechsel, er litt zwischen den Punkten, er litt in den Pausen. Nach 2:40 Stunden schließlich schleppte sich der French-Open-Champion ein letztes Mal ans Netz und gratulierte seinem Angstgegner Taylor Fritz zum Sieg in einem Halbfinale der Qualen.
Fritz gewann die unerbittliche Hitzeschlacht 6:7 (4:7), 6:4, 7:5 und er hat gegen Zverev nun eine Siegesserie von sieben Matches. Im Finale trifft er auf seinen Landsmann Frances Tiafoe, der beim 6:1, 6:3 gegen Daniel Altmaier im Anschluss weit weniger Mühe hatte. „Es war verrückt heiß hier, ich habe mich wohl besser gefühlt als Sascha. Es ist nie leicht, wenn man das Gefühl hat, dass der Gegner mit etwas zu kämpfen hat“, sagte Fritz im Siegerinterview.
Zverev erklärte seine körperliche Schwäche mit falschen Angaben seines Diabetes-Sensors. „Ich hatte heute extremst Probleme mit meinem Zucker“, sagte er. Zverev ist seit seiner Kindheit Typ-1-Diabetiker. „Leider hat das Gerät kurz vor dem Match einen hohen Zuckwert angezeigt, obwohl ich mich gefühlt habe, als wäre mein Zucker extrem niedrig“, erläuterte der 29-Jährige. Weil eine neue Messung dann wirklich einen niedrigen Zuckerwert angezeigt habe, „habe ich viel zu viel gespritzt“.
Zverev wartet kurz vor Wimbledon (ab 29. Juni) weiter auf seinen ersten Rasentitel, dabei hatte er stark begonnen. Bereits das Service zum 2:1 nahm Zverev dem Wimbledon-Halbfinalisten von 2025 ab, sein Return funktionierte in der frühen Matchphase einwandfrei.
Dann wackelte Zverev, der in den vergangenen Runden so stark serviert hatte, selbst beim Aufschlag - er kassierte „zu null“ das Rebreak zum 3:3. 13 Punkte in Serie machte Fritz in dieser Phase, Zverev drohte das Match zu entgleiten. Er nahm bei 3:4 und Einstand eine Behandlungspause und verließ unter Applaus den Platz, es schien ein Abbruch zu drohen.
Zverev kehrte aber zurück, dehnte seinen Rücken durch, spielte weiter und beendete den Tiebreak mit einem krachenden Aufschlag. Die Zuschauer jubelten. Zverev suchte an der Bande das Gespräch mit seinem Vater und erhielt Zuspruch: Es lief so halbwegs, vor allem der Aufschlag, aber immer wieder beugte Zverev sich zwischen den Punkten ausgelaugt nach vorne.
Spätestens ab dem 2:2 versuchte er größtenteils schnelle Schüsse, in Aufschlagspielen von Fritz fand er kaum noch statt. Seine einzige Chance schien ein zweiter Tiebreak zu sein, doch bei 4:4 verlor Zverev seinen Aufschlag. Bei 0:40 hatte ihm der Schiedsrichter wegen wiederholter Zeitverzögerung unter Pfiffen das erste Service gestrichen. Das Break war entscheidend für den zweiten Satz.
Und Zverev? Der gab immer noch nicht auf, obwohl viele Fans damit rechneten. Nach zehn Minuten Hitzepause begann er damit, sich auch noch durch den dritten Durchgang zu quälen. Zunächst mit Erfolg - bis zum entscheidenden Break bei 4:4. Die Zuschauer feierten Zverev dennoch wie einen Sieger.
Verwendete Quellen: mar/sid


