Über fünf Tage im Laufschritt600 Kilometer Extremlauf in Kalifornien: Deutscher Arda Saatci erreicht Ziel

Dieses von Red Bull zur Verfügung gestellte Foto zeigt Arda Saatçi bei seinem Lauf. Der Berliner Saatçi will 600 Kilometer in 96 Stunden laufen. +++ dpa-Bildfunk +++
Hinter dem Extremsportler steht ein großes Team, das ihn im Schichtwechsel betreut.
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Tagelang kämpft sich der Berliner Arda Saatci durch die Hitze Kaliforniens. Sein Ziel: 600 Kilometer in 96 Stunden zu laufen. Das Spektakel durch das Death Valley wird live begleitet. Am Ende verfehlt er die Zeit - erreicht sein Ziel aber trotzdem und löst ein Versprechen ein.

Mehr als fünf Tage hat es am Ende gedauert: Der Berliner Läufer Arda Saatci ist nach mehr als 600 Kilometern und 123 Stunden und 21 Minuten in seinem Ziel im US-Bundesstaat Kalifornien angekommen. Der 28-Jährige erreichte am Sonntag um 14.30 Uhr (Ortszeit) den Santa Monica Pier nahe Los Angeles, wie aus einem Livestream hervorging. Sein ambitioniertes Ziel, bei seinem Lauf in den USA 600 Kilometer in nur 96 Stunden zurückzulegen, verpasste der Extremsportler.

Saatci musste den Strapazen sichtbar Tribut zollen. Schoss der Puls in die Höhe, ging er zwischendrin einige Minuten, bevor er wieder zum schnelleren Laufen ansetzte. Kurz vor dem Ziel lief der Läufer teilweise noch eine beeindruckende Geschwindigkeit von etwa sechs Minuten pro Kilometer, das sind umgerechnet 10 Kilometer pro Stunden. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit lag am Ende bei mehr als 12 Minuten pro Kilometer (5 km/h). Am Wegesrand tauchten immer wieder Fans auf, die ihm Mut zusprachen. Einige begleiteten den Berliner auch bei seinem Lauf.

In einem Post auf Instagram hatte Saatci angekündigt, dass er in Badwater Basin im Death Valley in Kalifornien starte. Nach Ablauf der 96 Stunden am Samstag - in denen er gut 458 Kilometer zurückgelegt hatte - zeigte er sich enttäuscht und zugleich kämpferisch: Im Gehen hatte er angekündigt, die Sache zu Ende zu bringen, egal wie. Im Ziel erwarte ihn seine Mutter, sagte er. Er habe ihr versprochen, mit ihr am Muttertag ein Eis essen zu gehen. „Das Versprechen werde ich auch halten.“ Wie aus dem Livestream hervorging, war die Strecke wegen Umwegen am Ende 604,5 Kilometer lang.

Den Lauf des 28-Jährigen schauten sich via Stream Hunderttausende Menschen live an. Sie feuerten ihn an und fieberten mit dem Athleten mit. Dem Extremsportler folgen allein auf YouTube rund 1,5 Millionen Menschen, auf Instagram hat er rund zwei Millionen Follower.

Bei dem Lauf des jungen Berliners wirkte ein riesiges Team mit. Läufer wechselten sich im Schichtdienst ab und filmten Saatci beim Laufen. Ein Physiotherapeut kümmerte sich um den geschundenen Körper Saatcis. Freunde und Bekannte leisteten moralischen Beistand. Vor dem Lauf hatte sich der Extremsportler mit einer riesigen Menge an Lebensmitteln eingedeckt. Neben Schlafmangel und den körperlichen Schmerzen machte dem Läufer vor allem die Hitze entlang der Laufstrecke zu schaffen.

Verwendete Quellen: mwa/dpa