„Deutsche U-Boot-Kompetenz (...) ist weltweit gefragt.”Schwächung für Russland? Pistorius plant milliardenschweren U-Boot-Deal mit Indien

Boris Pistorius empfängt den indischen Verteidigungsminister Rajnath Singh
Boris Pistorius empfängt den indischen Verteidigungsminister Rajnath Singh
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An der Kieler Förde wird internationale Politik gemacht.
Am Mittwochvormittag (22. April) hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in Berlin eine Militärstrategie vorgestellt – das Ziel: mindestens 460.000 einsatzbereite Soldaten, auch zur Abschreckung Russlands. Am Nachmittag besuchte der SPD-Politiker zusammen mit dem indischen Verteidigungsminister TKMS in Kiel. Der Besuch aus Asien könnte ein wichtiger Baustein für die Schwächung Russlands sein.

Pistorius lobt deutsche U-Boote

„Unsere U-Boote sind aktuell unterwegs in der Ostsee, der Nordsee und dem hohen Norden. Und sie leisten entscheidende Beiträge zur Sicherheit und Abschreckung”, schwärmt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei seinem Besuch beim Kieler U-Boot-Bauer TKMS. „Deutsche U-Boot-Kompetenz – und darauf können wir in der Tat stolz sein – ist weltweit gefragt.“

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Auch sein indischer Amtskollege, Rajnath Singh, zeigt bei seinem Deutschland-Besuch Interesse am U-Boot-Bau im Norden. Und das nicht ohne Grund, denn TKMS gilt als Favorit für den Bau von U-Booten für Indien.

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Acht Milliarden für deutsche U-Boote

Zusammen mit dem indischen Verteidigungsminister unterschrieb Pistorius nun einen 10-Punkte-Plan, der die „Rüstungsindustrielle Kooperation auf die nächste Stufe” soll. Das erklärte der SPD-Politiker am Mittwoch (22. April) in Kiel. Außerdem plant Indien, zusammen mit dem deutschen Unternehmen TKMS in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro zu bauen.

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Der SPD-Politiker bezeichnet dies als „potenzielles Leuchtturmprojekt.” Zwar ist der Deal noch nicht in trockenen Tüchern, doch Pistorius ist „sehr zuversichtlich, schon bald unterzeichnen zu können.“ .

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Kooperation mit Indien könnte Russland schwächen

Schon Anfang des Jahres verabredete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Indiens Premierminister Narendra Modi eine engere wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit. Vor allem Letzteres sei wichtig für Deutschland: Bei der Kooperation im Rüstungsbereich gehe es auch darum, die Abhängigkeit Indiens von Militärmaterial aus Russland zu mindern. Denn bislang bezieht das Land den Großteil seiner Militärgüter von dort.

Verwendete Quelle: RTL-Recherche, dpa