Zweifel und Hoffnung auf einen NeuanfangLilly geht in Therapie! Bewegende GZSZ-Szenen für Iris Mareike Steen
Lilly sucht sich endlich Hilfe!
In der GZSZ-Folge von Dienstag, den 7. April steht für Lilly (Iris Mareike Steen) ein entscheidender Moment bevor: Ihr stationärer Aufenthalt in einem Therapiezentrum beginnt. Nach Wochen voller innerer Kämpfe und Verdrängung stellt sie sich ihrer Erkrankung. Zwar bekommt sie viel Rückhalt von ihrer Familie, doch kurz vor dem Aufbruch holen sie große Zweifel ein. „Ihr ist sehr bewusst, dass das keine leichte Zeit wird“, beschreibt die GZSZ-Schauspielerin im Interview die Gefühle ihrer Rolle. Wie Iris diese Szenen beim Drehen erlebt hat und wie es jetzt mit Lilly weitergeht, verrät sie im Interview.
„Ich weiß, wie unfassbar schwierig es ist, sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe braucht!”
Lilly hat sich bewusst für einen Klinikaufenthalt entschieden und öffnet sich ihrem Umfeld – trotzdem spürt man kurz davor große Zweifel. Wie würdest du ihren emotionalen Zustand in dieser Phase beschreiben?
„Da Lilly schon einmal an einem Punkt war, an dem sie dringend auf Hilfe angewiesen war, und bereits eine lange Therapie durchlaufen hat, weiß sie natürlich ganz genau, was ihr bevorsteht. Sie weiß, dass sie sich sehr intensiv mit sich selbst auseinandersetzen muss – etwas, das sie in der Vergangenheit möglichst vermieden hat. Ihr ist sehr bewusst, dass das keine leichte Zeit wird. Zudem schlummert da auch eine gewisse Angst in ihr, nach der Therapie wieder rückfällig werden zu können, da es ja schon einmal passiert ist – selbst nach so vielen Jahren.”
Obwohl Lilly diesen wichtigen Schritt geht, sieht man, dass sie immer wieder versucht, Kontrolle zu behalten und Dinge zu verdrängen. Warum ist genau dieser Zwiespalt so typisch für Essstörungen?
„So hat sie die ganze letzte Zeit funktioniert, weil es der einzige Weg war, sicherzustellen, dass niemandem etwas auffällt. Diese Muster zu durchbrechen, ist wahnsinnig schwierig, und natürlich fällt man immer wieder darauf zurück. Die Kontrolle gibt ihr Struktur und Halt – und das ist etwas, was sie gerade mehr denn je braucht.”
In den aktuellen Folgen auf dem Weg in die Klinik wirkt Lilly im Austausch mit Nihat fast unbeschwert. Wie trügerisch kann dieses „Funktionieren“ im Alltag wirklich sein? Kennst du das auch von dir?
„Das ist tatsächlich das Trügerische an so vielen psychischen Erkrankungen. Ein gebrochenes Bein oder eine offene Wunde sieht man Menschen direkt an, eine verletzte Seele hingegen kann man leider extrem leicht übersehen – insbesondere dann, wenn eine Erkrankung hochfunktional ist, die betroffene Person also weiterhin ,einwandfrei funktioniert’ und voll leistungsfähig erscheint. Und ja, ich kenne solche Verhaltensmuster absolut auch von mir und habe dahingehend viel in meiner Musik verarbeitet, mir aber zusätzlich auch professionelle Hilfe gesucht. Dieses unbedingte Funktionieren-Wollen kann langfristig in jeder Hinsicht schwerwiegende Folgen haben.”
Nihat lenkt Lilly mit Wissensfragen ab – und sie steigt sofort darauf ein. Ist das für dich ein typischer Mechanismus, um sich nicht mit den eigenen Gefühlen auseinandersetzen zu müssen?
„Lilly ist Nihat in dem Moment sehr dankbar, weil er erkennt, dass es sie stark erschöpfen und verunsichern würde, weiter über ihre Ängste bezüglich der Therapie zu sprechen. Er holt sie also mit einem Thema ab, mit dem sie sich wohl und sicher fühlt. Es schenkt ihr für einen Moment Stabilität. Ich denke, da sie ja bereits auf dem Weg zur Therapie ist, ist eine solche Ablenkung in diesem Moment völlig in Ordnung – sie wird früh genug in die Tiefe gehen und sich mit ihren Unsicherheiten auseinandersetzen müssen.”
Gleichzeitig bleibt ihr innerer Kampf für ihr Umfeld weitgehend unsichtbar. Was sagt das darüber aus, wie gut Betroffene ihre Erkrankung im Alltag verbergen können – und was rätst du ihnen?
„Ich weiß, wie unfassbar schwierig es ist, sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe braucht. Der Schritt dorthin ist der schwerste. Sobald man sich öffnet, ist man oft erstaunt, wie viele Menschen tatsächlich mit ähnlichen Dingen zu kämpfen haben – und allein das gibt einem schon ein kleines Gefühl von: ,Ich bin nicht allein und ich kann das schaffen.’ Und das stimmt.”

„Eine Sucht bleibt eine Sucht!”
Trotz der ernsten Lage haben die Szenen auch leichte, fast humorvolle Momente – etwa an der Tankstelle. Wie wichtig ist dieser Kontrast, um die Realität der Erkrankung greifbar zu machen?
„Das Thema ist dramatisch genug, aber bei aller Dramatik darf auch ab und an eine gewisse Leichtigkeit durchscheinen. Etwas wie das Licht am Ende des Tunnels – das man vielleicht noch nicht sehen kann, von dem man aber weiß, dass es da ist, wenn man sich in die richtige Richtung bewegt.”
Viele Zuschauer:innen sehen vielleicht Parallelen zu sich selbst: Welche Warnsignale sollte man ernst nehmen – und was kann ein erster Schritt sein, wenn man merkt, dass man Hilfe braucht?
„Es gibt kaum einen Zeitpunkt, der zu früh ist, wenn es darum geht, sich Hilfe zu suchen. Ein erster Schritt wäre es, sich einem engen Menschen anzuvertrauen. Außerdem bietet das Bundesinstitut für psychische Gesundheit Informations- und Beratungsangebote, die man jederzeit wahrnehmen kann, sobald man Parallelen bei sich oder Angehörigen erkennt. Es gibt kostenlose Beratungen und Hilfsangebote wie das von unserem Kooperationspartner, dem BIÖG – und diese sollte man unbedingt frühzeitig nutzen, um möglichst gar nicht erst tiefer in eine gefährliche Spirale zu geraten. Es gibt einfach Dinge, die man alleine nicht schafft, und das ist völlig in Ordnung.”
Viele denken, eine Essstörung sei irgendwann „überstanden“. Was zeigt Lillys Geschichte darüber, wie real Rückfälle auch nach langen stabilen Phasen sein können?
„Eine Sucht bleibt eine Sucht. Wenn man einmal den Punkt überschritten hat, an dem es aus eigener Kraft kein Zurück gibt, können entsprechende Verhaltensmuster jederzeit zurückkehren – insbesondere in Extremsituationen. Das ist auch für das Umfeld wichtig zu wissen, da es so viel früher möglich ist, auch kleine Anzeichen wahrzunehmen und Hilfe anzubieten.”
Konntest du solche Verhaltensmuster – dieses Funktionieren, Verdrängen oder Ablenken – auch unabhängig von der Rolle beobachten oder nachvollziehen?
„Natürlich. Es ist oft viel leichter, sich mit Terminen vollzupacken, sich Aufgaben zu suchen und sich an Strukturen zu klammern, als sich mit seinen inneren Dämonen auseinanderzusetzen. Gerade deshalb ist es eine absolute Stärke, sich diesen zu stellen und seine Verhaltensmuster zu hinterfragen oder sogar komplett umzukrempeln. Das hat ganz sicher nichts mit Schwäche zu tun. Langfristig ist es das Beste, was man für sich selbst tun kann.”
Lilly steht jetzt an einem Wendepunkt. Was braucht es deiner Meinung nach innerlich, um Hilfe wirklich anzunehmen und diesen Weg auch durchzuhalten?
„Es geht bei ihr auf jeden Fall nicht darum, ,nur’ die Essstörung zu behandeln. Sie muss langfristig viel besser auf sich achten, mehr aussprechen, was sie bewegt, berührt und belastet, und auf allen Ebenen – insbesondere bei der Arbeit – mindestens einen Gang zurückschalten. Erkannt hat sie das – nun geht es darum, die richtigen Mittel und Wege zu finden, das auch umzusetzen, bei sich zu bleiben und einen gesunden Umgang mit Stress und Belastungen zu entwickeln. Diese Dinge gibt es zwangsläufig immer wieder im Leben – entscheidend ist, wie man ihnen begegnet und wie viel Raum und Gewicht man ihnen gibt. Ich wünsche Lilly und allen, die gerade mit ähnlichen Dingen zu kämpfen haben, dass sie Unterstützung bekommen, die ihnen hilft, sanfter mit sich umzugehen, wieder mehr Licht zu sehen und sich auf eine Zukunft ohne Suchtdruck und Vermeidungstaktiken freuen zu können.”
Achtung, Spoiler! So geht es bei GZSZ weiter
GZSZ-Folge 8.495 „Schwerer Verrat“ am Dienstag, 07. April um 19.40 Uhr bei RTL
Lillys stationärer Aufenthalt in einem Therapiezentrum steht an. Sie erhält viel Unterstützung von ihrer Familie, die fest daran glaubt, dass sie ihre Bulimie in den Griff bekommt. Als Lilly dennoch ins Zweifeln gerät, steht ein alter Freund unerwartet an ihrer Seite...
GZSZ-Folge 8.496 „Like a wrecking ball“ am Mittwoch, 08. April um 19.40 Uhr bei RTL
Auf dem Weg ins Therapiezentrum will Nihat Lilly nach alter Manier mit Wissensfragen ablenken. Der Trick funktioniert und die beiden verfallen ins Fachsimpeln. Allerdings vergisst Nihat beim Tanken darüber völlig, auf den richtigen Kraftstoff zu achten...
Hilfe bei Essstörungen:
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) entwickelt bundesweit Strategien zur Gesundheitsförderung und Prävention. Ein Schwerpunkt liegt auf der Aufklärung über psychische Gesundheit sowie der Unterstützung von Betroffenen und ihrem Umfeld im Bereich Essstörungen.
Informations- und Beratungsangebote des Bundesinstituts zu psychischer Gesundheit und Essstörungen:
Informationen und Hilfsangebote: https://essstoerungen.bioeg.de
Kostenfreie Broschüren und Materialien: https://shop.bioeg.de/themen/psychische-gesundheit/psychische-belastungen-und-erkrankungen/
Schon jetzt die neueste GZSZ-Folge auf RTL+ streamen

Wie es mit Lilly weitergeht, zeigt GZSZ montags bis freitags um 19:40 Uhr bei RTL und jederzeit auf RTL+. Hier gibt’s neue Folgen von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ nämlich immer sieben Tage vor TV-Ausstrahlung.
Verwendete Quellen: RTL





