Finalabend mit FeuerprobeDas perfekte Dinner: Mit Liebe im Feuertopf geschmort – aber zart ist das Fleisch trotzdem nicht
Drei Stunden im Feuertopf – und am Ende braucht das Messer doch mehr Arbeit als gedacht.
Jenny (42) will den Finalabend am Freitag mit spanischem Feuer und Westerwälder Bodenständigkeit krönen. Unterstützung bekommt sie von ihrem Mann Steffen (46), der beim Kohlezählen nichts dem Zufall überlässt. Doch ausgerechnet der aufwendige Hauptgang sorgt am Tisch für gemischte Gefühle.
Jennys Plan: 40 Punkte, drei Gänge und ganz viel Selbstvertrauen

In Koblenz ist alles bereit für Jennys großen Abend: Die Dinner-Tafel steht, die hauseigene Kellerbar wartet auf ihren Einsatz und die Gastgeberin hat ein klares Ziel. 40 Punkte sollen es werden. Weniger wäre angesichts der 38 Punkte ihrer Mitstreiterin Julia auch reichlich ungünstig. Das Kochen hat die Vorstandsreferentin einer Kinder- und Jugendhilfe von ihrer Oma gelernt – entsprechend selbstbewusst geht sie ihr Menü „Spanien trifft Westerwald“ an. Zum Auftakt serviert sie Tortilla, Champignons und Tomate. Später folgen Zitrus, Apfel, Pflaume und Butter als süßer Abschluss.
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Beim Hauptgang wird aus dem Dinner fast ein kleines Outdoor-Event. Für „Carne, Rotwein und Patatas“ kommt der Dutch Oven zum Einsatz. Steffen zählt dafür sogar die einzelnen Kohlenstücke ab. Die Briketts liegen unter und auf dem schweren Topf, damit sich die Temperatur ähnlich wie in einem Backofen regulieren lässt. Tabellen helfen bei der Verteilung – Romantik am Feuer trifft hier auf erstaunlich genaue Rechenarbeit. Rund drei Stunden schmort das Fleisch im Feuertopf. Genug Zeit also für kräftige Aromen, große Hoffnungen und die Erwartung, dass der Braten beinahe von allein auseinanderfällt.
Der Dutch Oven liefert Hitze – aber nicht die erhoffte Zartheit
Geschmacklich findet der Hauptgang durchaus Fans: pikant, fleischig und passend zum feurigen Motto. Bei der Konsistenz endet die Einigkeit jedoch. Besonders Jockel, der am Montag gekocht hat, vermisst genau das, wofür Dutch-Oven-Gerichte normalerweise berühmt sind. Sein Urteil fällt klar aus: „Das Fleisch war nicht zart genug.“ Für ihn ist es außerdem zu trocken – statt mit dem Löffel zu zerfallen, leistet der Braten deutlich mehr Widerstand.
Damit wird aus Jennys liebevoll vorbereitetem Herzstück die kleine Stolperfalle des Abends. Ob die übrigen Gänge den Patzer auffangen und die erhofften 40 Punkte doch noch möglich machen, bleibt bis zur Wertung offen. Sicher ist nur: Kohlen kann man exakt abzählen. Zartheit leider nicht.
Verwendete Quellen: VOX

































