Leben rettenWeltblutspendetag – allein in NRW jeden Tag rund 3000 Stück nötig
Blutkonserven sind im modernen Gesundheitswesen unverzichtbar. Allein in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden täglich bis zu 3.500 Blutkonserven benötigt. Unfallopfer brauchen sie sofort, bei großen Operationen sind sie oft lebenswichtig, und auch viele Krebspatienten sind auf Blutprodukte angewiesen. Künstlich herstellen lässt sich Blut bis heute nicht. Hinzu kommt: Viele Blutbestandteile sind nur begrenzt haltbar. Blutplättchen müssen ständig bewegt werden und sind nur wenige Tage einsetzbar, rote Blutkörperchen halten gekühlt deutlich länger, und nur Plasma kann tiefgefroren über einen längeren Zeitraum gelagert werden.
Hagen als Drehscheibe
Ein zentraler Ort dieser Versorgung ist der DRK-Blutspendedienst West in Hagen. Dort werden die Blutspenden aus der Region gesammelt, untersucht und weiterverarbeitet. Alle Blutspenden eines Tages werden noch am selben Abend nach Hagen gebracht. Der Standort gehört zu den wichtigsten Einrichtungen seiner Art. Nach Angaben des Blutspendedienstes können dort künftig bis zu 4.000 Blutkonserven pro Tag verarbeitet werden. Das zeigt, wie groß die logistische und medizinische Leistung hinter jeder einzelnen Spende ist.
Erst der Check, dann die Spende
Vor einer Blutspende steht immer ein Gesundheitscheck. Spender müssen Fragen zu ihrer Krankheitsgeschichte und zu möglichen Infektionsrisiken beantworten. Außerdem werden unter anderem Kreislauf und Blutwerte kontrolliert. Wichtig ist auch, vor der Spende genug zu essen und zu trinken. Das hilft, den Kreislauf stabil zu halten. Erst wenn alle Angaben und Werte unauffällig sind, beginnt die eigentliche Blutentnahme.
Sicherheit beginnt beim Fragebogen
Besonders wichtig sind ehrliche Antworten im Fragebogen. Denn das Blut wird zwar später im Labor untersucht, doch manche Infektionen lassen sich nicht sofort nachweisen. Deshalb ist der Selbstauskunftsbogen ein wichtiger Teil der Sicherheit. Entscheidend ist das individuelle Risikoverhalten. So sollen Empfänger bestmöglich geschützt werden. Finden die Labore später doch Hinweise auf Infektionen, wird die betroffene Spende aussortiert
Aus einer Spende werden mehrere Präparate
Nach der Entnahme beginnt in Hagen die eigentliche Arbeit. Die Spende wird zunächst getestet und anschließend in ihre Bestandteile getrennt. So entstehen Blutplasma, rote Blutkörperchen und Blutplättchen. Gerade die Herstellung der Blutprodukte ist aufwendig. Ein Teil der Arbeit läuft automatisiert, anderes bleibt Handarbeit. Das gilt vor allem dort, wo die Beutel vorbereitet, getrennt und weiterverarbeitet werden. Vor allem Thrombozyten gelten als heikel. Sie müssen bei kontrollierter Temperatur ständig bewegt werden und sind nur kurz haltbar. Deshalb ist hier ein besonders schneller Ablauf nötig. Auch rote Blutkörperchen und Plasma folgen festen Regeln. Erythrozyten werden gekühlt gelagert. Plasma wird tiefgefroren. Jedes Produkt muss in den passenden Blutgruppen verfügbar sein, damit es im Ernstfall sofort eingesetzt werden kann.
Ohne Spender läuft nichts
So modern die Technik auch ist: Am Anfang steht immer die Bereitschaft der Menschen zur Blutspende. Nur wenn regelmäßig genug gespendet wird, können Krankenhäuser zuverlässig versorgt werden. Jede Blutspende hilft dabei, Leben zu retten.

































