Entwickler hoffen auf neue GeschäftsideeVideospiele mit Gerüchen - „Scentbar“ wird in Köln entwickelt
Videospiele künftig nicht nur sehen und hören, sondern auch riechen – daran arbeitet gerade ein Start Up aus Köln. Mit der sogenannten „Scentbar“ sollen Spieler passende Gerüche direkt zum Spiel erleben können.
Gerüche im Gaming
Für die Fans von Videospielen ist es eine völlig neue Dimension: Sie können künftig ihre digitalen Abenteuer auch riechen. Egal ob frisches Gras, Modder in einer Sumpflandschaft oder den Rauch bei einer Explosion. Ein Start Up aus Köln entwickelt gerade eine Box, die vor dem Monitor steht und das möglich machen soll. Wenn Entwickler Salomo Bertram seine Lieblingsspiele spielt, will er sie richtig erleben. Nicht nur mit Augen und Ohren, auch mit der Nase. Deshalb hat er die „Scentbar“ entwickelt. Das bedeutet so viel wie Duftleiste und ist ein kleiner, schwarzer Kasten mit zehn verschiedenen Düften. Sie werden jeweils von einem Ventilator in Richtung des Spielers geblasen. Auf den duften Gedanken kam der 26-Jährigen zusammen mit seinem Vater.
Gerät ist noch nicht in Produktion
Die Prototypen der „Scentbar“ kommen noch aus dem 3D-Drucker. Sollte das Modell in Serie gehen, sollen die Boxen in einer Fabrik aus Plastik gegossen werden. In jeder sind standardmäßig zehn verschiedene Düfte. Es können aber andere Gerüche dazu gekauft werden. Die Düfte werden künstlich im Labor hergestellt - damit keine gesundheitsschädlichen Stoffe wie verbranntes Holz benutzt werden müssen. Damit das Gerät erkennt, wann welcher Duft ausströmen soll, hat Jasmin Blekic eine spezielle Software entwickelt. „Es läuft eine Bildanalyse, sagt der 34-Jährige aus Düren. „Unser Modell analysiert das Bild mithilfe von Begriffen, die wir dem Modell dann vorgeben. In diesem Fall wäre das jetzt Gras. Wenn jetzt Gras mit einer höheren Wahrscheinlichkeit im Bild zu sehen ist, erkennt das Modell das und wählt dementsprechend dann den Grasduft. Wenn jetzt ein Wald zum Beispiel eher gesehen wird als eine Blumenwiese, dann eben der Waldduft.”
„Scentbar“ ist auch für Filme geeignet
Das Programm erkennt also, was gerade auf dem Bildschirm läuft. Und verströmt dann die entsprechenden Gerüche. Das bedeutet auch: Es muss nicht zwingend ein Videospiel sein. Es geht alles, was auf dem Monitor erscheint - auch Filme. Die Firma startet in Kürze eine Crowdfunding-Kampagne. Dadurch soll die Produktion der ersten 5.000 Exemplare ermöglicht werden. Diese könnten dann für 299 Euro pro Stück verkauft werden. Das soll bis Ende des Jahres klappen. Dann werden Salomo Bertram und seine Kollegen wissen, ob sie tatsächlich den richtigen Riecher hatten.

































