Neue Regeln für Fahrdienste in KölnUber, Bolt und Co. müssen teurer werden
Wer in Köln künftig mit Uber oder Bolt fahren möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Stadt hat Mindestpreise für Mietwagenfahrten beschlossen. Anbieter wie Uber dürfen ihre Fahrten künftig nur noch begrenzt günstiger anbieten im Vergleich zu klassischen Taxis. Gleichzeitig werden auch die Taxipreise erhöht. Das sorgt für Diskussionen bei Fahrgästen und Unternehmen.
Taxi-Branche feiert lange geforderte Regelung
Für Aleksandar Dragicevic vom Taxiruf Köln ist die Entscheidung ein wichtiger Erfolg. Jahrelang habe die Taxi-Branche gegen das aus ihrer Sicht unfaire Preisdumping von Mietwagenanbietern gekämpft. Die neue Regelung sieht vor, dass Fahrten von Uber, Bolt und ähnlichen Anbietern maximal 20 Prozent günstiger sein dürfen als eine vergleichbare Taxifahrt. Nach Ansicht der Taxiunternehmen sei ein fairer Wettbewerb mit den bisherigen Preisen nicht möglich gewesen. Mehrere Gutachten hätten dies bestätigt.
Fahrten werden für Kunden teurer
Für viele Fahrgäste dürften die Änderungen allerdings spürbare Folgen haben. Einerseits müssen Mietwagenanbieter ihre Preise teilweise deutlich anheben. Andererseits werden auch die regulären Taxifahrten teurer. Die Stadt Köln erhöht den Kilometerpreis für Taxis von 2,60 Euro auf 2,90 Euro. Das entspricht einem Plus von knapp 11,5 Prozent. Auch die Wartezeiten werden künftig um 20 Prozent höher berechnet. Während einige Kölner die Maßnahmen als fairen Schutz für das Taxigewerbe sehen, sorgen sich andere um steigende Mobilitätskosten. Besonders junge Menschen und Personen mit geringerem Einkommen nutzten häufig die günstigeren Fahrdienste.
Uber kritisiert die Entscheidung
Beim Fahrdienstvermittler Uber stößt die neue Regelung auf deutliche Kritik. Das Unternehmen bezweifelt die Rechtmäßigkeit der Mindestpreise und warnt vor negativen Folgen. Nach Angaben von Uber müssten einige Fahrten künftig bis zu doppelt so teuer werden. Das gefährde Arbeitsplätze bei den angeschlossenen Mietwagenunternehmen und könne dazu führen, dass Menschen wieder häufiger das eigene Auto nutzen. Aus Sicht des Unternehmens würden die neuen Preise weder dem Taxigewerbe noch den Fahrgästen Vorteile bringen.
Weitere Städte könnten folgen
Köln ist nicht die erste Stadt mit einer solchen Regelung. Schon Anfang des Jahres hatte Essen Mindestpreise für Mietwagenfahrten eingeführt. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen wurde die Regelung dort aber vorerst ausgesetzt, weil sie rechtlich nicht eindeutig formuliert gewesen sein soll. Die Taxi-Branche sieht trotzdem Rückenwind für ihr Anliegen. Auch München plant die Einführung entsprechender Mindestpreise. Weitere Städte könnten folgen. Das langfristige Ziel vieler Taxi-Verbände: Mindestpreise für Mietwagenfahrten in ganz Deutschland. Für Verbraucher würde das jedoch wohl vor allem eines bedeuten – höhere Preise.

































