Professor aus Mönchengladbach warntTanken bald für drei Euro pro Liter? Weitere Debatte um Preise an der Zapfsäule

von Vanessa Brodka

Schlimmer geht immer - auch an der Zapfsäule. Ein Spritpreis von mehr als drei Euro droht: Das sagt ein Handelsexperte von der Hochschule Niederrhein und es ist kein leeres Gerede. Schon einmal hat er mit seiner Prognose richtig gelegen.

Auch Gastronomen leiden wegen steigender Spritpreise

Zapfen wird nicht nur an der Tankstelle teurer, sondern auch am Zapfhahn. Lars Becker hat ein Lokal in Essen. Der Gastronom kämpft mit steigenden Kosten, denn seine Zulieferer verlangen inzwischen Aufschläge, weil der Diesel-Preis so hoch ist. Auch den Kunden schlägt das Ganze offenbar auf den Magen. Sie geben lieber weniger Geld für Speisen aus, so der Inhaber. Die Branche steckt seit den Corona-Maßnahmen im Krisen-Modus. Besserung? Fehlanzeige! Trotzdem will Lars Becker, dass die Preise auf der Speisekarte so bleiben und nicht in die Höhe gehen.

Spritpreis bald für drei Euro pro Liter?

Ähnlich sieht es an den Zapfsäulen aus und es könnte womöglich noch schlimmer kommen. Selbst wenn es bei der Waffenruhe zwischen Iran und den USA bleibt, warnt Gerrit Heinemann. Er ist Professor an der Hochschule Niederrhein. Er rechnet damit, dass der Sprit noch auf mehr als drei Euro pro Liter steigt. Im Raum Frankfurt war es vergangenes Wochenende teilweise schon der Fall. Der Staat kassiert dabei ordentlich ab - unter anderem wegen der Umsatzsteuer, die on top auf den Spritpreis kommt, erklärt der Handelsexperte. Durch die bisherigen Maßnahmen ist Tanken eher noch teurer geworden.

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Zoff auch in der Bundesregierung

Am Freitag (10.04.) hat Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) unter anderem Wirtschaftsverbände zu einem Treffen eingeladen. Angeblich war das nicht abgesprochen mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Sie lehnt die Vorschläge von Klingbeil ab. Er wollte eine sogenannte Übergewinnsteuer für Unternehmen einführen, die von der Krise profitieren. Bei einem Pressestatement am selben Tag kritisierte die CDU-Politikerin die Idee: „Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind. Das führt zu Verwirrung und hilft den Verbrauchern nicht.“ Stattdessen will Reiche die Mobilitätsprämie und Pendlerpauschale temporär erhöhen. Davon hätten Betroffene kurzfristig erstmal nichts. Um Logistikunternehmen zu entlasten, soll die Dieselsteuer runter. Darüber wird im Koalitionsausschuss am Sonntag (12.04.) beraten.