Großfamilie aus Serbien vor Gericht in KölnRentner beklaut und Sozialhilfe erschlichen? Prozessauftakt gegen Mitglieder eines Roma-Clans

von Valerio Magno und Martin Breunig

In Köln stehen seit Donnerstag (22.01.) fünf Mitglieder eines Roma-Clans vor Gericht. Sie sollen sich unter anderem 150.000 Euro Sozialhilfe erschlichen haben. Aber das ist bei weitem nicht der einzige Anklagepunkt.

Lange Anklageliste gegen Familie

Vor Gericht stehen gleich drei Generationen eines Roma-Clans aus Serbien. Mutter Bisa J. und ihr Mann, Familienoberhaupt Drasko J. Ihre beiden Kinder, die Schwestern Jagoda J. und Jadranka J. sowie Leonardo J., der Sohn einer der Schwestern. Die Anklage ist lang: Die Staatsanwaltschaft wirft der Familie unter anderem Diebstahl, Einbruch, Menschenhandel und Geldwäsche vor. So soll Drasko J. 56.000 Euro Sozialleistungen erschlichen haben, seine Frau Bisa J. 34.000 Euro und beide zusammen nochmal 19.000 Euro. Laut Anklage sollen sie unter anderem untereinander Scheinmietverträge abgeschlossen haben, um auf diese Weise höhere Sozialleistungen zu erzielen.

Razzia im Haus der Familie

Schon 2020 kam die Familie im Visier der Ermittler. Bei einer Razzia im Haus der Familie J. in Köln beschlagnahmten die Ermittler Autos, Uhren und Bargeld. Die Familienmitglieder sollen vor allem bei älteren Menschen eingebrochen sein

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Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren

Insgesamt sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Werden die Angeklagten in allen Punkten verurteilt müssen sie mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren rechnen.