Aufrufe im Darknet zu Attentaten: Angeklagter spricht von „Provokation“Prozess um Todeslisten: 50-Jähriger soll Anschläge vorbereitet haben

von Daria Semcov

Ein 50-Jähriger aus Dortmund steht seit Montag (04.05.) vor Gericht. Er soll im Darknet zu Anschlägen unter anderem auf Politiker aufgerufen haben. Zum Prozessauftakt bestreitet er die Absicht und spricht von Provokation.

Prozess im Hochsicherheitstrakt

Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat der Prozess gegen Martin S. begonnen. Der Angeklagte soll eine Plattform im Darknet betrieben haben. Dort habe er zu Attentaten auf Politiker, Richter und Polizisten aufgerufen. Laut Anklage sammelte er Geld als Kopfgeld für mögliche Täter.

Todeslisten und Anleitungen

Auf sogenannten Todeslisten sollen prominente Namen wie Olaf Scholz und Angela Merkel gestanden haben. Auch weitere Politiker und Personen des öffentlichen Lebens waren wohl betroffen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, sogar Anleitungen für Sprengsätze veröffentlicht zu haben. Ziel sei gewesen, die staatliche Ordnung zu destabilisieren.

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Angeklagter sieht sich als Opfer

Der 50-Jährige stellte sich vor Gericht als Justizopfer dar. Er sprach von Verrat durch Anwälte und Fehlverhalten von Ermittlern. Die Behörden sehen das anders und sprechen von ideologischen Motiven. Bei einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft. Das Urteil wird Mitte Juli erwartet.