Cheatmeals direkt neben dem GymProtein statt Fett! Restaurant in Köln macht Fast Food ohne schlechtes Gewissen
Direkt vom Training an den Burger – und das möglichst ohne schlechtes Gewissen: Genau damit wirbt ein Kölner Restaurant, das klassische Fast-Food-Lieblinge kalorienreduziert und proteinoptimiert auf den Teller bringt. Das Konzept überzeugt nicht nur Hardcore-Sportler, sondern auch Menschen, die einfach bewusster essen wollen.
Burger-Zielgruppe Fitnessstudio
Ali Demirtas und Deniz Aydin sind extra rund 50 Kilometer aus Gummersbach angereist, um das Angebot zu testen. Ali ist selbst Fitness-Fan und findet die Kombination aus Studio nebenan und „fittem Fast Food“ ideal, besonders nach einem Training. Seine Partnerin Deniz arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin und schätzt vor allem den langfristigen Effekt: Proteinreiche Mahlzeiten halten länger satt und passen besser in eine ausgewogene Ernährung, auch wenn sie sich selbst nicht als klassischen Fitnessfreak bezeichnet.
Vom Bodybuilder zum Burger-Entwickler
Hinter dem Konzept steht Cem Corlu. Er ist ehemaliger Leistungssportler und Bodybuilder. Ihm gehören sowohl das Fitnessstudio als auch der Fitness-Fresstempel. Mehr als 15 Jahre hat er sich Burger, Pommes und Co. fast komplett verkniffen, trotz Lust auf Fast Food. Irgendwann stellte er sich die Frage, warum man nicht einfach die Nährwerte optimiert, damit auch Athleten davon profitieren können. Aus dieser Idee entstand „MCRONAUTS“: Ein Restaurant, das er zunächst allein in der Küche entwickelt hat, später unterstützt von erfahrenen Produktentwicklern aus der Gastronomie.
Makros im Fokus – jede Kalorie auf der Karte
Der Name ist Programm: Bei „MCRONAUTS“ stehen nicht nur Preis und Beschreibung auf der Speisekarte, sondern auch die sogenannten Makronährstoffe: Kalorien, Protein, Kohlenhydrate und Fett. Wer ernsthaft trainiert oder abnehmen will, trackt genau diese Werte. Corlu hat rund zwei Jahre an den Rezepturen gearbeitet. Kalorien einzusparen sei vergleichsweise schnell gelungen, erzählt er, die größte Herausforderung sei es gewesen, geschmacklich möglichst wenige Kompromisse einzugehen. Für seine Burger setzt Corlu auf Brötchen aus Kartoffelstärke statt aus klassischem Weizenmehl. Die Rindfleischpatties enthalten weniger als zwei Prozent Fett, dazu kommen hausgemachte Soßen, die ohne Zucker, dafür mit Süßstoff auskommen und kalorienarm bleiben. So soll der typische Fast-Food-Geschmack möglichst erhalten bleiben, während der Energiegehalt deutlich sinkt und der Proteinanteil steigt.
Geschmackstest: weniger fettig, aber „richtig würzig“
RTL WEST Reporter Niklas Bönsch – nach eigener Aussage eher Team „Schlemmen“ als „Gewichte stemmen“ – macht den Praxistest. Er probiert einen Cheeseburger, der laut Corlu mit einem Hamburger Royal Cheese eines großen US-Fast-Food-Konzerns vergleichbar ist. Die Fitness-Variante hat rund 150 Kilokalorien weniger und nur etwa halb so viel Fett, liefert dafür minimal mehr Protein. Das Urteil des RTL WEST Reporters: Der Burger ist zwar nicht so saftig wie eine fetttriefende Restaurantversion, schmeckt aber trotzdem gut, vor allem wegen der sehr würzigen Soßen.
Mehrpreis mit Mission
Knapp zehn Euro kostet der Cheeseburger im Kölner Fitness-Restaurant und damit rund drei Euro mehr als das Pendant bei der klassischen Konkurrenz. Trotz des Aufpreises will Cem Corlu sein Konzept weiter ausrollen. Weitere Standorte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind schon in Planung. Sein Ziel: Fast Food so zu gestalten, dass es nicht nur als „Cheatmeal“ durchgeht, sondern Teil eines aktiven, gesundheitsbewussten Lebensstils sein kann, ohne dass der Genuss komplett auf der Strecke bleibt.

































