Rosa Vögel aus dem MünsterlandNördlichste Flamingo-Kolonie der Welt bekommt Nachwuchs – Hoffnung im Zwillbrocker Venn
Rosa Vögel in freier Wildbahn: In Vreden im Münsterland lebt die nördlichste Flamingo-Kolonie der Welt. Nach einem schwierigen Vorjahr gibt es dort wieder Hoffnung auf Nachwuchs. In der vergangenen Woche sind die ersten Flamingo-Küken geschlüpft.
Erste Küken nach schwierigem Jahr
Noch sind sie kaum zu erkennen: grau-weiße Flamingo-Küken, die sich eng an ihre Eltern schmiegen. Insgesamt sind inzwischen rund 15 Jungtiere geschlüpft. „Ich habe mich natürlich gefreut, weil es ja auch zeigt, dass das hier Früchte trägt“, sagt Arvid Wiechert. Er absolviert bei der Biologische Station Zwillbrock sein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Die Geburt ist für sie ein wichtiges Signal. 2025 war für die Flamingo-Kolonie ein hartes Jahr: Damals hatten alle erwachsenen Flamingos ihre Brutkolonie plötzlich verlassen. Die gelegten Eier blieben unbefruchtet, die Küken starben.
Technischer Schutz für die Brutinsel

Damit die Brut in diesem Jahr erfolgreich verläuft, wird die Insel inzwischen auch technisch geschützt. „Wir haben ein Elektrokabel auf einem Zaum um die Insel gelegt, damit kein Tier draufkommt, das da nicht hingehört“, erklärt der 19-Jährige Arvid Wiechert. Das Kabel soll verhindern, dass sich ungebetene Tiere der Kolonie nähern.
Nördlichste Flamingo-Kolonie der Welt

Dass ausgerechnet Flamingos im Zwillbrocker Venn brüten, wirkt ungewöhnlich. Doch die Tiere sind schon seit den 1980er-Jahren regelmäßig in der Region zu beobachten. „Die sind irgendwann aufgetaucht und fanden das hier anscheinend so gut, dass sie häufiger gekommen sind“, erklärt Ökologin Ina Brüning. „Irgendwann sind sie geblieben und haben gebrütet.“ Woher genau die Tiere ursprünglich stammen, ist nicht eindeutig geklärt – vermutlich handelt es sich um entflogene Tiere aus einem Zoo.
Besucherandrang als Herausforderung

Die Flamingos ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher ins Zwillbrocker Venn. An Wochenenden kommen bis zu 2.000 Menschen. Während die Tiere für viele ein Natur-Highlight sind, stellt der Besucherandrang die Station vor Herausforderungen: Immer wieder verlassen Besucher Wege, um bessere Fotos zu bekommen. Für alle gilt deshalb: Abstand halten und Rücksicht nehmen – besonders in der sensiblen Brutzeit.

































