Reichswald bei KleveNeuer Windpark soll 64 Hektar Wald brachlegen

von Julian Schlauch

Immer wieder sorgen sie für dicke Luft. Windräder. Elf neue Exemplare sollen bald im Reichswald bei Kleve entstehen. Im Kreistag der Stadt stößt das aber auf ordentlich Gegenwind.

Gesetzliche Vorschrift

2023 tritt das von der Ampel Regierung beschlossene Windenergieflächenbedarfsgesetz in Kraft. Für NRW heißt das: bis 2032 sollen 1 Komma 8 Prozent der Landes Fläche als sogenanntes Windenergiegebiet ausgewiesen sein. Fläche, die für den Bau von Windrädern vorgesehen ist. Vom circa 5 tausend einhundert Hektar großen Reichswald betrifft das eine Fläche von 64 Hektar. Und die sei gut geeignet sagt der Investor und Betreiber ABO Energy. Der Wald wurde im Juli vergangenen Jahres von der Bezirksregierung als sogenanntes Beschleunigungsgebiet eingestuft. Das bedeutet, kürzere Genehmigungsverfahren für zum Beispiel Windkraft-Anlagen. Ein riskanter Schritt findet die SPD-Fraktion im Klever Kreistag. Der Artenschutz würde einfach ignoriert. Deshalb hat sie einen Antrag auf Klage eingereicht.

Kreistag Kleve macht nicht mit

Die SPD Fraktion im Klever Kreistag sagt, dass der Reichswald ein großer Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sowie ein wichtiger Erholungsort in der Gegend sei. Aber die vom Klever Kreistag vorgeschlagene Alternativen für den Bau eines neuen Windparks wurden von der Bezirksregierung abgelehnt. Dabei ist die hiesige SPD nicht grundsätzlich gegen neue Windräder. Nur eben nicht im Reichswald. Wegen der laufenden Klage äußert sich die Bezirksregierung nicht. Das Oberverwaltungsgericht wird entscheiden, was wichtiger ist: Wald oder Windrad.