Warum Benzin gerade so teuer ist – und wann Tanken günstiger wirdNeuer Rekord bei Super E10: Spritpreise sorgen für Frust in NRW

Der Blick auf die Preistafel sorgt bei vielen Autofahrern für Frust. An einer Tankstelle in Leverkusen steigt der Preis für Super E10 am Donnerstagmittag (03.09.) innerhalb kurzer Zeit von 2,16 Euro auf 2,41 Euro pro Liter. Auch bundesweit hat E10 laut ADAC einen neuen Höchststand erreicht. Als Gründe gelten unter anderem steigende Rohölpreise und das Niedrigwasser im Rhein. Doch für den ADAC erklären diese Faktoren den Preissprung nicht vollständig.

Autofahrer ärgern sich über hohe Spritpreise

Pünktlich um 12 Uhr springen an einer Tankstelle in Leverkusen die Preise nach oben. Super E10 kostet plötzlich 25 Cent mehr als noch kurz zuvor. Bei den Kunden kommt das nicht gut an. Besonders der Vergleich mit dem Ausland sorgt für Ärger. Ein Autofahrer berichtet, dort teilweise deutlich weniger für Kraftstoff bezahlt zu haben. Die hohen Steuern und Abgaben in Deutschland könne er nicht nachvollziehen.

Niedrigwasser und Iran-Krieg treiben Preise

Für die hohen Preise kommen mehrere Faktoren zusammen. Das Niedrigwasser im Rhein erschwert den Transport von Kraftstoffen. Schiffe können weniger Ladung aufnehmen, wodurch für die gleiche Menge mehr Transporte notwendig werden. Das treibt die Kosten in die Höhe. Hinzu kommt die erneute Eskalation im Iran-Krieg. Nachdem die USA ihre Angriffe wieder aufgenommen hatten und Teheran darauf reagierte, stiegen auch die Rohölpreise. Für Johannes Giewald vom ADAC Nordrhein erklären diese Entwicklungen die aktuellen Tankstellenpreise allerdings nicht vollständig. Der Rohölpreis habe in diesem Jahr bereits deutlich höher gelegen, ohne dass Benzin damals ähnlich teuer gewesen sei.

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E10 erreicht neuen Rekord

Beim Diesel habe es in diesem Jahr bereits ein Allzeithoch gegeben, erklärt Giewald. Nun habe auch Super E10 einen neuen Höchststand erreicht. Vergleichbar hohe Preise gab es zuletzt im Frühjahr 2022 nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für Super E10 am Mittwoch (02.09.) bei 2,215 Euro pro Liter – ein neuer Rekord. Auch Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband e.V. kritisiert die Entwicklung und wirft den Mineralölkonzernen vor, die aktuelle Situation für höhere Gewinne zu nutzen.

Mehr als die Hälfte des Benzinpreises sind Abgaben

Ein erheblicher Teil dessen, was Autofahrer an der Zapfsäule bezahlen, geht allerdings an den Staat. Energiesteuer, CO₂-Preis und Mehrwertsteuer machen zusammen einen großen Anteil des Endpreises aus. Nach Berechnungen des ADAC entfielen im Juli rund 57 Prozent des Benzinpreises auf staatliche Abgaben. Einen erneuten Tankrabatt, wie es ihn bereits 2022 zeitweise gab, lehnt die Bundesregierung derzeit ab.

ADAC empfiehlt Preisvergleich und Tanken vor 12 Uhr

Autofahrer können zumindest versuchen, die starken Preisschwankungen im Tagesverlauf für sich zu nutzen. Der ADAC empfiehlt, die Preise verschiedener Tankstellen über Apps zu vergleichen und den Tankzeitpunkt bewusst zu wählen. Besonders günstig könne es derzeit kurz vor 12 Uhr sein. Danach können die Preise deutlich nach oben springen, wie das Beispiel aus Leverkusen zeigt: Dort machte der Unterschied innerhalb kurzer Zeit 25 Cent pro Liter aus.