Nächster Schritt im Kohleausstieg: vom Kraftwerk zum DigitalstandortKühlturm-Sprengung in Grevenbroich - Rheinisches Revier im Umbruch

von Daniel Pfaender und Sabrina Stander

Im Rheinischen Revier ist ein weiteres Stück Braunkohle-Geschichte verschwunden: In Grevenbroich (Rhein-Erft-Kreis) wurde am Donnerstag (26.02.) der 117 Meter hohe Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks Frimmersdorf gesprengt. Der Rückbau ist Teil des Kohleausstiegs in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Gelände soll künftig ein Digital- und Innovationsstandort entstehen.

Ein Symbol fällt

Der Kühlturm war das letzte sehr gut sichtbare Wahrzeichen des einst größten Braunkohlekraftwerks der Welt. Fast sieben Jahrzehnte lang wurde von Frimmersdorf aus Strom für Nordrhein-Westfalen produziert. Laut Betreiber RWE hat die dort erzeugte Energie rechnerisch ganz versorgt. 2021 wurden die letzten Blöcke stillgelegt. Mit der Sprengung des Turms beginnt nun ein weiterer sichtbarer Schritt im Rückbau des Kraftwerksstandorts.

Sprengung nach Plan

Pünktlich um 14 Uhr fiel der Turm wie geplant in sich zusammen. Für Sprengmeister Michael Schneider ist der kontrollierte Einsturz ein Erfolg. Alles sei exakt nach Plan verlaufen, ohne Schäden außerhalb des Sicherheitsradius. Wo früher Energie aus Braunkohle erzeugt wurde, dominieren jetzt Abrissbagger. Der Rückbau des Standorts soll bis 2028 abgeschlossen sein.

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Vom Kraftwerk zum Digitalstandort

Mit dem Ende der Kohleverstromung steht das Gelände vor einer neuen Zukunft. Nordrhein-Westfalen plant, die Fläche zusammen mit Partnern zu einem Digital- und Innovationsstandort zu entwickeln. Industrieflächen seien knapp, sagt NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) – deshalb müsse man alte Standorte neu nutzbar machen. Einige Teile des Kraftwerks, darunter die markante Maschinenhalle, sollen im Sinne der Industriekultur erhalten bleiben.