Rentner (70) aus Velbert kreiert Zwei-Meter-Bauwerk – ohne AnleitungKölner Dom aus Lego – 228.000 Steine bilden Wahrzeichen der Stadt
Was sich in einer neuapostolischen Kirche in Langenberg finden lässt, könnte für viele Lego-Experten der Himmel auf Erden sein: Dort steht nämlich der Kölner Dom – komplett aus Legosteinen. Gebaut hat ihn Volker Pardon. Er ist 70 Jahre alt, Rentner, Mitglied der Kirchengemeinde und vor allem leidenschaftlicher Lego-Liebhaber.
Von Marimba zur Lego-Welt
In seiner Freizeit sucht sich der Velberter gerne neue Herausforderungen. So hat er unter anderem das Instrument Marimba - ein großes Xylophon - für sich entdeckt und spielen gelernt mit Holzstäben. Auf Dauer wurde ihm das jedoch zu anstrengend und ein neues Hobby musste her. Wie es der Zufall wollte, wurde es die Welt von Lego.
„Das ist die Herausforderung – und die muss ich lösen“
Bei einem Besuch im Lego Discovery Center in Oberhausen kam ihm die Idee für sein nächstes Projekt. Dort steht ebenfalls eine Kölner Kathedrale aus Lego. Volker Pardon wollte jedoch seine eigene Version bauen – und das ganz ohne Anleitung. Für sein Projekt orientierte er sich ausschließlich an Fotos seines Vorbilds aus Oberhausen. Für Freunde und Familie klang das zunächst nach einer verrückten Idee. Doch der Rentner war sich von Anfang an sicher, dass er es schaffen würde. Fast zwanzig Monate lang arbeitete er in seinem Keller an dem Modell – bis schließlich sein Meisterwerk in voller Pracht vor ihm stand.
Eine Kathedrale mit besonderen Extras
Insgesamt 228.000 Legosteine verbaute Volker in seinem Projekt. Das Ergebnis ist eine echte Konkurrenz für das Vorbild in Oberhausen: Mehr als zwei Meter lang und hoch, beeindruckt der Dom zudem mit besonderen Details. Dazu gehören LED-beleuchtete Kathedralfenster sowie eine per Knopfdruck steuerbare elektronische Petersglocke mit Originalsound. Ein günstiges Projekt war das allerdings nicht: Die Steine kosteten ihn ungefähr so viel wie ein Kleinwagen. Gekauft hat er sie nach und nach über eine Online-Plattform.
Der Lego-Dom muss weg
Um den Dom schließlich zusammenzusetzen, reichte der Platz in seinem Keller nicht mehr aus. Daher transportierte er die einzelnen Module mit Hilfe seines Schwiegersohns in die neuapostolische Kirche. Dort wurde die Fertigstellung auch mit einer kleinen Feier gewürdigt. Jetzt gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Volker Pardon möchte sein Meisterwerk verkaufen. Die Herausforderung war für ihn der eigentliche Reiz – emotional hängt er nicht daran. Für mindestens 20.000 Euro kann der Lego-Dom den Besitzer wechseln. Sollte sich jedoch kein Käufer finden, wird die Kathedrale wieder in ihre Einzelteile zerlegt und verkauft.

































