Marie (3) musste befreit werdenKind in Klobrille stecken geblieben - kurioser Feuerwehreinsatz am Niederrhein

von Daria Semcov

Was als harmloses Spiel begann, endete mit einem Feuerwehreinsatz: Die dreijährige Marie aus Rheurdt (Kreis Kleve) steckte plötzlich mit dem Kopf in einer Kinder-Klobrille fest. Für die Familie ein Schreckmoment – für die Feuerwehr ein ungewöhnlicher Einsatz mit viel Fingerspitzengefühl.

Vom Spiel zum Problem

Kinder entdecken die Welt – manchmal auf ganz eigene Weise. So auch die kleine Marie, die gemeinsam mit ihrer Oma spielte. Eigentlich ging es nur darum, sich langsam ans „große Klo“ zu gewöhnen. „Sie hatte Angst vor der Toilette“, erzählt Oma Cornelia Vallen. „Dann haben wir den Kinder-Toilettenring geholt – und plötzlich hatte sie ihn auf dem Kopf.“ Was zunächst lustig wirkt, wird schnell ernst: Der Ring rutscht herunter – und bleibt am Hals stecken.

Panikmoment für die Mutter

Als Maries Mutter Lisa nach Hause kam, war der Schreck groß. Der Versuch, die Klobrille selbst zu entfernen, scheiterte. „Ich habe versucht, sie hochzuziehen, aber Marie hat sofort angefangen zu schreien“, sagt sie. „Ich hatte Angst, dass sie in Panik gerät.“ Die Entscheidung fiel schnell: Die Feuerwehr muss helfen.

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Feuerwehr setzt auf Ruhe statt Hektik

Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Rheurdt rückten an – und setzten zunächst nicht auf Werkzeug, sondern auf Beruhigung. „Unsere erste Amtshandlung war ein Teddybär“, erklärt Feuerwehrmann Simon Galka. „Wir wollten erst mal Ruhe in die Situation bringen.“ Mit einem lockeren Gespräch und viel Geduld gelang es, das Kind zu entspannen – die wichtigste Voraussetzung für die Rettung.

Präzisionsarbeit mit Werkzeug

Erst dann griffen die Einsatzkräfte zu technischem Gerät. Der Plastiksitz wurde vorsichtig zerschnitten – unter anderem mit einem Bolzenschneider. Zum Schutz wurde Marie mit einer Decke abgedeckt, damit weder Gesicht noch Hals verletzt werden. Nach rund 30 Minuten war der Einsatz beendet: Die Klobrille wurde durchtrennt – und Marie war wieder frei.

Happy End mit Lerneffekt

Die Dreijährige blieb unverletzt, nur die Klobrille hat den Einsatz nicht überstanden. „Wir werden wohl eine neue besorgen“, sagt Mutter Lisa mit einem Lächeln. „Dann üben wir das mit dem Klo nochmal in Ruhe.“ Für Marie steht schon das nächste Abenteuer an: ein Besuch bei der Kinderfeuerwehr - ohne Klobrille.