Unkraut aus der Luft erkennenKI in der Landwirtschaft – Start-up will Arbeit auf dem Acker mit moderner Technik verändern

von Emily Massenberg

Der Landwirt der Zukunft könnte bald nicht mehr selbst über den Acker laufen, sondern seine Felder mit einer Drohne überwachen. Das Start-up „Pheno-Inspect“ entwickelt dafür eine KI-Software, die Landwirten helfen soll, ihre Felder genauer zu analysieren und effizienter zu bewirtschaften.

Drohne liefert Daten

Mit einer Drohne wird das Feld zunächst aus der Luft abgeflogen. Jede Sekunde werden zwei Bilder aufgenommen. Anschließend analysiert eine KI-Software die aufgenommenen Bilder. Ziel ist es, große Mengen an Daten auszuwerten und Landwirten bei Entscheidungen zu helfen– etwa zur Bewässerung, Düngung oder zum Pflanzenschutz. Künstliche Intelligenz soll dabei unterstützen, diese Daten schneller und genauer auszuwerten. Ein wichtiges Einsatzgebiet der Software ist der gezieltere Einsatz von Herbiziden, also chemischen Mitteln gegen Unkraut. Statt das gesamte Feld zu behandeln, sollen Landwirte nur die Stellen spritzen, an denen tatsächlich Unkraut wächst. Auf einem Feld in Rommerskirchen zeigt sich, warum das sinnvoll sein kann: Zwischen den Kulturpflanzen wächst Unkraut oft nur an wenigen Stellen. Wenn nur diese Bereiche behandelt werden, können große Teile des Feldes ohne chemische Mittel auskommen, für die Landwirte spart das Geld und gleichzeitig ist es besser für den Boden.

Funktion und Kosten

Die Drohne, die für den Flug über das Feld eingesetzt wird, kostet etwa 3.000 bis 4.000 Euro. Landwirte programmieren eine Route, anschließend fliegt das Gerät automatisch über den Acker und fotografiert das gesamte Feld. Die KI analysiert die Bilder und unterscheidet zwischen Nutzpflanzen und Unkraut. In der digitalen Auswertung werden die Pflanzen unterschiedlich markiert. Diese Daten werden anschließend an den Bordcomputer des Traktors übertragen. Moderne Traktoren können dann die Herbizide nur an den Stellen sprühen, an denen sie tatsächlich benötigt werden. Auf dem Feld in Rommerskirchen könnten auf diese Weise etwa 30 Prozent der Herbizide eingespart werden. Die Nutzung der Software selbst würde etwa vier Euro pro Hektar kosten.

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Junge Generation offen für neue Technik

Gerade die jüngere Generation in der Landwirtschaft zeigt sich offen für neue Technologien. Viele Landwirte sind schon an moderne Maschinen und digitale Systeme gewöhnt. Drohnen werden in der Landwirtschaft schon heute teilweise eingesetzt, zum Beispiel beim Säen oder zur Rettung von Rehkitzen vor der Ernte. Das Unternehmen „Pheno-Inspect“ möchte Drohnen und künstliche Intelligenz künftig für möglichst viele Landwirte zugänglich machen. Das Ziel ist es, die Arbeit auf dem Feld effizienter und nachhaltiger zu gestalten.