Freiwilliger Einsatz in der Feuerwehr, Jugendhilfe, Essensausgabe und in vielen weiteren Bereichen Helfen ohne Bezahlung: 7,9 Millionen Menschen sind in NRW im Ehrenamt tätig

von Julia Westarp und Martin Breunig

Millionen Menschen in NRW engagieren sich freiwillig. Der neue Ehrenamt-Atlas NRW zeigt, wie es den Helfern geht und was sie brauchen. Wie wichtig ihr Einsatz ist, zeigt die Tafel Bochum. Sie versorgt jede Woche bis zu 8.000 Menschen.

Ehrenamt macht Glücklich

Anderen helfen, denen es schlecht geht und das, ohne dafür einen Cent zu bekommen. Das macht ein Ehrenamt aus. Udo Appelhoff hilft schon seit zwölf Jahren bei der Tafel in Bochum. Er hat früher als Verkaufsleiter gearbeitet. Der 77-Jährige war für mehr als 300 Mitarbeiter verantwortlich. Inzwischen verteilt er ehrenamtlich Lebensmittel an Bedürftige Menschen und ist dabei glücklich.

7,9 Millionen arbeiten ehrenamtlich in NRW

In Düsseldorf wurde am Mittwoch (26.08.) der Ehrenamts Atlas 2026 vom staatlichen Lotterieanbieter WestLotto vorgestellt. Es gibt neue Zahlen: 7,9 Millionen Menschen arbeiten in NRW unentgeltlich. Die Freiwilligen schaffen so Jahr für Jahr Werte von 24,5 Milliarden Euro. Im Durchschnitt hilft jeder von ihnen rund 224 Stunden im Jahr.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

600.000 weniger ehrenamtliche Helfer

Im Jahr 2024 waren es noch rund 8,5 Millionen Ehrenamtler in NRW - ein Rückgang von 600.000 Freiwilligen. Auch wenn die Studie noch keinen Grund gibt Alarm zu schlagen, es fehlen Menschen, die helfen, ohne dafür bezahlt zu werden. Laut Andreas Kötter von WestLotto fehlt es dem Ehrenamt an Sichtbarkeit, Finanzierung und Wertschätzung.

Tafel freut sich über jeden ehrenamtlichen Helfer

An Wertschätzung für das Ehrenamt fehlt es bei der Tafel in Bochum nicht. Im Gegenteil: Geschäftsführer Kadir Karabas freut sich über die Unterstützung. 100 freiwillige Helfer sorgen dort dafür das der Laden läuft. Auch die Kunden der Tafel sind dankbar für Helfer wie Rentner Udo Appelhoff. Viele wissen, Hilfe kann jeder irgendwann mal benötigen. Gut, wenn dann jemand da ist, der mit anpackt, ohne bezahlt zu werden.

In Olpe helfen die meisten Einwohner unentgeltlich

Laut des Ehrenamt Atlas‘ NRW 2026 gibt es die meisten Freiwilligen in Olpe mit 68 Prozent. In Remscheid sind es dagegen nur 37 Prozent Ehrenamtler. Für Udo Appelhoff steht auf jeden Fall eins fest. Solange er es schafft, hilft er weiter, ohne Geld dafür zu bekommen - einfach nur, um für andere da zu sein.