Bewohner leben jetzt in HotelHäuser wegen Risses geräumt – Einsturzgefahr in Heiligenhaus

Nach einem plötzlichen Riss in der Decke mussten mehrere Häuser in Heiligenhaus (Kreis Mettmann) geräumt werden. Für die Bewohner ging es mitten in der Nacht ins Hotel. Experten prüfen jetzt, ob Einsturzgefahr besteht.

Mögliche Einsturzgefahr

Ihren Abend stellte sich Sandra Zwoga wohl anders vor. Statt gemütlicher Dreisamkeit mit ihren beiden Katzen heißt es für die Verkäuferin und ihre Nachbarn derzeit: Leben im Hotel. Dort wurden sie vorerst vom Eigentümer und der Hausverwaltung untergebracht. Das Mehrfamilienhaus, in dem sie eigentlich wohnen, in Heiligenhaus (Kreis Mettmann) wurde vorsorglich samt seiner Nachbargebäude wegen einer möglichen Einsturzgefahr geräumt. Eine Holzdecke war schon runter gekracht. Dadurch wurde ein großer Riss in der Betondecke sichtbar: „Ich bin schon früh nach Hause gekommen, hab mich hingelegt und meine Kollegin wollte mir noch was zu essen vorbeibringen. Hier standen schon Leute vom THW und von der Feuerwehr. Sie klopften bei uns an der Tür und morgens um 4:30 Uhr durfte ich dann ins Hotel umziehen.“

THW mit Bewegungen

Anwohner hatten die Feuerwehr alarmiert. 36 Wohnungen stehen jetzt leer. Bis Sonntagnachmittag (03.05.) waren Feuerwehr, Ordnungsamt und das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz. Laut Messungen bewege sich das Gebäude. „Das Technische Hilfswerk, die Fachberater und Statiker haben tatsächlich Laser, die Bewegungen im kleinsten Bereich messen können. Wir hatten eben noch in der Nacht Bewegungen im Millimeterbereich, die eben tatsächlich unsere Toleranzwerte überschritten haben. Wir versuchen alles, was eben entsprechend verhältnismäßig ist. Aber wenn wir anklingeln, dann muss sofort das Gebäude geräumt werden“, so Dominik Wulf von der Feuerwehr.

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Anwohnerin sieht geringe Gefahr

Laut Stadt seien Hausverwaltung und Eigentümer kooperativ. Sandra Zwoga findet die Maßnahmen unbegründet: „Ganz ehrlich, ich halte das für überzogen, weil da sind Holzpaneele runtergekommen und keine Decke. Vielleicht waren die nicht richtig angebracht. Ich glaube, das ist gar nicht so schlimm.“ Wann es für Sandra Zwoga wieder zurückgeht, ist noch unklar. Eine abschließende Bewertung der Statik wird jetzt durch die Bauaufsicht und den Eigentümer erfolgen.