Tödliche StrömungDüsseldorf will das Baden im Rhein verbieten

Ein 6-Jähriger verschwindet vor zwei Tagen im Rhein bei Düsseldorf. Nun die traurige Gewissheit: Der Junge ist tot. Die Wasserschutzpolizei findet den kleinen Körper im Wasser. 50 Kilometer entfernt bei Duisburg. Jetzt will die Stadt Düsseldorf ein Badeverbot im Rhein.

Lebensgefahr am Rhein

Die Rheinufer sind schöne und wichtige Naherholungsgebiete im Land. Aber wenn die Menschen im Sommer dann auch ins Wasser gehen, wird der Fluss eben auch immer wieder zur gnadenlosen Todesfalle. In dieser Woche sind allein am Paradiesstrand in Düsseldorf schon zwei Menschen ertrunken. Ein 18jähriger Mann aus Ghana am Dienstag und ein sechsjähriger Junge aus Syrien am Mittwoch. Jetzt will die Verwaltung das Baden im Rhein in ihrem Stadtgebiet komplett verbieten. Der Beigeordnete Christian Zaum erklärt warum:

„Ich glaube, hier ist es wichtig, ein generelles Signal zu setzen. Dass Baden im Rhein verboten ist, weil es lebensgefährlich ist. Das wird nicht alle davon abhalten, aber ich glaube, es wird eine wichtige Signalwirkung erfüllen.”

Dazu müsste allerdings ein Landesgesetz geändert werden. Das hält etwa der NRW-Innenminister jedoch für nicht sinnvoll. Denn der Rhein fließt 226 Kilometer weit durch NRW - auf beiden Fluss-Seiten müssten also mehr als 450 Kilometer Ufer überwacht werden. Herbert Reul teilt heute mit:

„Ein generelles Badeverbot muss kontrollierbar sein, sonst verfehlt es seinen Effekt. Deshalb bin ich der Meinung: Wir brauchen keine neuen Gesetze – wir brauchen mehr Vernunft.“

Und an die versuchen jetzt Ordnungsamt, Polizei und DLRG gemeinsam zu appellieren. Heute Nachmittag waren sie auf Warnstreife am Paradiesstrand. Und haben jeden Badegast angesprochen. Rettungsschwimmer Julian Meixner von der DLRG Düsseldorf kennt die Gefahren hier genau:
„Viele Leute , die hier gerade am Paradiesstrand oder an den Rheinstränden generell ins Wasser reingehen, halten den Fluss für ungefährlich, weil er so ruhig aussieht. Ich habe nicht viel Strömung darauf stehen, aber sobald Berufsschiffe vorbeikommen, zieht eben das Wasser sehr stark vom Ufer weg und wird dann eben zur Lebensgefahr für jeden, der sich da im Wasser befindet.”

Das soll hier jeder potentielle Badegast begreifen. Auch wer kein Deutsch lesen kann. Deshalb gibt es hier ab heute zumindest neue Warnschilder in vier Sprachen.