Fotograf aus Herne lichtet 1.000 Buden aus dem Pott abDAS sind die hässlichsten Trinkhallen im Ruhrgebiet

von Antonia Schütter

Sie gehören zum Ruhrgebiet wie der Sand ans Meer: Trinkhallen. Ein Mann aus Herne fotografiert die Buden - aber nur die hässlichen. 1.000 hat er schon abgelichtet.

Hässliche Hallen beim Friseur

Peter Hesse aus Herne hat eine Liebe zu hässlichen Trinkhallen. Dafür reist er durch die für ihn weniger schönen Ecken des Ruhrgebiets - um dort Kioske abzulichten. In verschiedenen Ausstellungen kürt er sie zu den hässlichsten Buden im Pott. Während der Coronamaßnahmen-Zeit fing der 56-Jährige damit an, die Trinkhallen zu fotografieren. Das kam so gut an, dass er 2023 seine erste Ausstellung startete.

Von Mineralwasser zum sozialen Treffpunkt

Die Büdchen entstanden ursprünglich Mitte des 19. Jahrhunderts, um die Leute mit Mineralwasser zu versorgen. Später entwickelten sich die Trinkhallen weiter - verkauft wurden neben Getränken auch Süßigkeiten, Zigaretten und Alltagsartikel. Ein sozialer Treffpunkt entstand. Seit 2020 sind Trinkhallen sogar immaterielles Kulturerbe der Unesco, aber sie sterben immer mehr aus. Mit seinen Fotos will Peter Hesse sie ehren und irgendwie auch wiederbeleben, denn egal, wie hässlich sie auch sind, sie gehören einfach zum Ruhrgebiet.