„Was gibt’s? Wie kann ich dir helfen?“ChatGPT als Psychologe? So sehr verändert sich unser Gehirn, wenn wir KI nach Beziehungstipps fragen

von Julia Haiminger

Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen – und mischt zunehmend auch im Privatleben mit. Immer mehr Menschen nutzen Chatbots nicht nur für reine Informationen, sondern auch für persönliche Fragen rund um Liebe, Streit und Gefühle.

Immer mehr Menschen holen sich Ratschläge bei Chatbots

Sie hört zu, widerspricht nur selten und ist rund um die Uhr erreichbar – für einige wirkt Künstliche Intelligenz inzwischen wie ein idealer Gesprächspartner. Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, wie verbreitet das ist: Rund jeder vierte Nutzer holt sich auch bei Liebes- und Beziehungsthemen Rat bei der KI. Bei den unter 30-Jährigen ist es sogar etwa jeder Dritte. Dabei geht es häufig um ganz praktische Dinge – etwa darum, schwierige Nachrichten zu formulieren, Streit einzuordnen oder mit Eifersucht umzugehen. Psychologen sehen diese Entwicklung aber kritisch. Solche digitalen Angebote könnten zwar unterstützen, aber nicht jede KI ist für sensible Themen geeignet. Spezielle Anwendungen, die gezielt für psychologische Unterstützung entwickelt wurden, gelten als bessere Alternativen.

Risiken für Gehirn und Entwicklung

Auch aus medizinischer Sicht gibt es Bedenken. Wird KI dauerhaft für alltägliche und persönliche Fragen genutzt, kann das Auswirkungen auf das Gehirn haben, denn wichtige Denkprozesse werden weniger trainiert, wenn Antworten ständig von außen kommen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist Vorsicht geboten. Ihr Gehirn befindet sich noch in der Entwicklung – und ist damit anfälliger für Veränderungen. Werden eigene Problemlösungen und soziale Interaktionen zu wenig geübt, kann das langfristige Folgen haben, etwa für Gedächtnis oder psychische Gesundheit. Klar ist: Künstliche Intelligenz kann im Alltag helfen und Orientierung geben. Sie ersetzt aber keine echten Gespräche – weder mit Freunden noch mit dem Partner.