Digitaler Helfer für AutofahrerBlitzer-Apps bald verboten? Bundesländer wollen einfachere Kontrollen

Die Polizei hat in der Nacht einen Raser erwischt. (Symbolbild)
„Fester Blitzer in 100 Metern.” - bald nicht mehr? (Symbolbild)
Pia Bayer/dpa
von Daria Semcov und Tobias Janßen

Blitzer-App auf dem Handy? Mehrere Bundesländer wollen sie komplett verbieten – selbst der Besitz könnte bald Ärger bringen. Was erlaubt ist, was droht und warum Autofahrer trotzdem noch aufatmen können, lest ihr hier.

Aktuell drohen 75 Euro Bußgeld

Blitzer-Apps sind für viele Autofahrer längst Alltag. Sie warnen vor Radarkontrollen und sollen teure Knöllchen verhindern. In Deutschland ist ihre Nutzung während der Fahrt allerdings schon jetzt verboten. Wer erwischt wird, zahlt 75 Euro Bußgeld und kassiert einen Punkt in Flensburg. Trotzdem nutzen viele die Apps weiter. Der Grund ist simpel: Der Nachweis ist für die Polizei schwierig. Genau das bringt jetzt Bewegung in die Debatte.

Vorstoß im Bundesrat

Mehrere Bundesländer wollen die digitalen Helfer komplett verbieten. Ihr Vorschlag: Schon der Besitz einer Blitzer-App auf dem Handy soll strafbar sein. Egal, ob sie während der Fahrt genutzt wird oder nicht. Ziel ist eine klare Rechtslage und einfachere Kontrollen. Der Vorstoß liegt beim Bundesrat. Kritiker warnen jedoch vor einem massiven Eingriff in die Privatsphäre, denn bislang darf die Polizei Smartphones bei Kontrollen nicht einfach durchsuchen.

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Autofahrer können vorerst aufatmen

Noch ist das Verbot aber nicht beschlossene Sache. Das Bundesverkehrsministerium lehnt ein generelles Blitzerapp-Verbot derzeit ab. Autofahrer können also vorerst aufatmen. Rechtlich bleibt es dabei: Verboten ist nur die Nutzung während der Fahrt. Wer die App installiert hat, macht sich aktuell nicht strafbar. Eine Handy-Kontrolle ohne konkreten Anlass ist weiterhin unzulässig. Die Diskussion dürfte trotzdem weiter Fahrt aufnehmen.