Pendler auf der Strecke gelassenBahn-Desaster am Niederrhein: RE10 hat Ausfallquote von 41 Prozent

von Jens Diestelkamp und Julian Schlauch

Der RE10 ist die einzige Bahnverbindung am unteren linken Niederrhein. Täglich sind mehr als 20.000 Fahrgäste auf sie angewiesen. Allein in den ersten drei Wochen 2026 lag die Ausfallquote der Linie bei 41 Prozent.

Frequenz der Linie auf die Hälfte reduziert

Die Linie fuhr ursprünglich werktäglich alle 30 Minuten. Im Dezember 2025 wurde die Taktung der Verbindung aber auf nur noch alle 60 Minuten reduziert. Das sei laut Betreiber ein Grund für die hohe Ausfallquote. Der Rückgang war die Folge eines Achsenbrandes im Dezember 2025. Seitdem werden Zweidrittel der für die Strecke vorgesehenen Züge gewartet, und nur Ein Drittel kann eingesetzt werden.

Keiner fühlt sich schuldig

Der Betreiber der Verbindung ist der private Mobilitätsanbieter Transdev. In NRW als „Rhein-Ruhr Bahn“ tätig. Auftraggeber ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Letzterer habe laut Vorstandssprecher schon mehrere Mahnungen gegen die „Rhein-Ruhr-Bahn“ ausgesprochen. Allerdings haben die wohl keinen Effekt, weil es keine richtigen Alternativen gibt. Außerdem seien für die Missstände auch Signalstörungen an der Strecke verantwortlich, was in den Aufgabenbereich der Deutschen Bahn fällt.

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Wechsel wäre sinnlos

Laut NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) würde der Wechsel des Betreibers keinen Sinn ergeben, da viele der Probleme bei der Strecke selbst liegen und nicht bei ihrer Nutzung. Für Pendler geht der Alptraum also erst mal weiter.