Frau im blauen Kittel täuscht Mutter Baby Noel nach Entführung aus Klinikum Lüdenscheid unverletzt gefunden – Tatverdächtige in Psychiatrie

von Niklas Bönsch

Familienzusammenführung nach einem Albtraum: Noel ist zurück bei seinen Eltern, nachdem er am Samstag (27.06.) aus dem Klinikum Lüdenscheid entführt worden war. Das Neugeborene wurde gut eine Stunde später unverletzt in einer Tiefgarage gefunden. Eine 18-Jährige wurde festgenommen und sitzt nun bis auf Weiteres in einer psychiatrischen Klinik.

Frau im blauen Kittel täuscht die Mutter

Mutter Djenet Askova, 23 und zum ersten Mal Mutter, schöpfte keinen Verdacht, als am Samstagnachmittag (27.06.) eine junge Frau in einem blauen Kittel ihr Zimmer betrat. Die Frau behauptete, den Neugeborenen zu einer Untersuchung mitnehmen zu müssen. Djenet stimmte zu und nutzte die Zeit kurz zum Duschen. Als sie dann ihren Sohn wieder abholen wollte, war er verschwunden und das Klinikpersonal wusste von keiner Untersuchung.

Ehepaar findet Noel in Tiefgarage

Rund eine Stunde nach der Entführung und etwa 3,5 Kilometer vom Krankenhaus entfernt machte ein Ehepaar in der Tiefgarage eines Einkaufszentrums einen unerwarteten Fund: den kleinen Noel – allein, aber unverletzt. Das Klinikum schickte sofort einen Rettungswagen, an Bord auch die aufgelöste Mutter. Djenet Askova beschreibt ihre Erleichterung: Sie habe nur gehofft, dass es ihm gut gehe und sie ihn wieder gesund in die Arme schließen könne.

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Großfahndung führt zu 18-Jähriger

Die Polizei leitete umgehend eine Großfahndung ein. Überwachungskameras und Hinweise aus der Bevölkerung führten die Ermittler auf die Spur einer 18-Jährigen aus Lüdenscheid. Staatsanwalt Michael Burggräf bestätigte, dass die junge Frau am Sonntag (28.06.) gegen 17 Uhr an ihrer Wohnanschrift vorläufig festgenommen wurde. Sie sei der Polizei bereits zuvor „ganz erheblich“ aufgefallen. Details nannte er wegen ihres jungen Alters nicht. Nach RTL-WEST-Informationen soll es sich bei der Beschuldigten um eine Patientin der Psychiatrie des Lüdenscheider Klinikums handeln. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht: Das Klinikum verweist auf den Datenschutz.

Wie kam sie auf die gesicherte Station?

Ungeklärt ist bislang, wie die Tatverdächtige überhaupt auf die Neugeborenenstation gelangen konnte. Der Zugang ist mit einem Zahlencode und einer Gegensprechanlage gesichert. Die Märkischen Kliniken teilen mit, wie der Täterin der Zutritt trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen gelungen sei, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Ein Gericht hat am Montag (29.06.) entschieden: Die Beschuldigte wird bis auf Weiteres in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Das Motiv hinter der Tat bleibt weiterhin unklar. Noels Eltern jedenfalls werden ihren Sohn so schnell nicht mehr aus den Augen lassen.