Angriff mit 15-Zentimeter-Klinge bei StadtfestAngeklagter IS-Terrorist gesteht Messerangriff von Solingen

Ein blutiger Anschlag erschüttert im August 2024 das „Festival der Vielfalt“ in Solingen. Drei Menschen sterben, zehn weitere werden verletzt – teils schwer. Seit heute steht der mutmaßliche Täter Issa Al H. vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Vorwürfe: dreifacher Mord, zehnfacher versuchter Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Am Abend des 23. August 2024 greift der Syrer beim Festival in Solingen mit einem Tranchiermesser wahllos Besucher an. Innerhalb einer Minute tötet er drei Menschen und verletzt zehn weitere. „Der Angeklagte verstand die Tat als Akt des heiligen Krieges, den er in Deutschland für die terroristische Vereinigung des sogenannten Islamischen Staats führen wollte“, erklärt Jochen Weingarten von der Bundesanwaltschaft.

Unter den Opfern ist auch ein Ehepaar. Die Frau stirbt noch am Tatort. Ihr Mann überlebt schwer verletzt. Carola Drewes, Vertreterin der Nebenklage, schildert: „Also es ist so gewesen, dass er eigene Verletzungen erst gar nicht wahrgenommen hat, weil er sich wirklich um seine Frau gekümmert hat und so besorgt war. Und ich glaube, was in dem Moment mit einem Menschen passiert und was man in dem Moment fühlt, ist unvorstellbar.“

Tat angekündigt und IS die Treue geschworen

Kurz vor dem Angriff verschickt Issa Al H. Bekennervideos an den sogenannten Islamischen Staat. „In denen hat er die Tat als unmittelbar bevorstehend angekündigt und dem Kalifen des IS die Treue geschworen“, so Jochen Weingarten. Der 27-Jährige war 2015 mit Hilfe von Schleusern nach Deutschland gekommen. Sein Asylantrag wurde zunächst abgelehnt, doch eine Abschiebung scheiterte. Ende 2023 erhielt er subsidiären Schutz – und damit ein Bleiberecht. Zum Prozessauftakt gesteht der Angeklagte über seinen Verteidiger die Tat. Daniel Sprafke sagt: „Er sprach davon, dass er Unschuldige getötet hat und es nicht um die Tötung von Ungläubigen ging.“

Lebenslange Freiheitsstrafe erwartet

Issa Al H. muss mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe und anschließender Sicherungsverwahrung rechnen. Das würde bedeuten: Der 27-Jährige kommt vermutlich nie wieder aus dem Gefängnis. Das Urteil soll Ende September verkündet werden.