Technisches Wunderwerk verbindet Elberfeld und Barmen125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn - des Kaisers neues Vorzeigeprojekt und ein geliebtes Industriedenkmal
Am Sonntag (01.03.) begeht die Wuppertaler Schwebebahn ihren 125. Geburtstag. Dieses technische Wunderwerk, weltweit einzigartig, schwebt seit 1901 hoch über der Wupper und verbindet die ehemaligen Industriestädte Elberfeld und Barmen zu einem Ganzen: Wuppertal.
Entstehung aus Not
Die enge Topografie des Wuppertals trieb die rivalisierenden Städte Elberfeld und Barmen zu einer kühnen Lösung. Mehr als 300.000 Einwohner quälten sich schon Ende des 19. Jahrhunderts täglich durch das Tal, Straßen waren überlastet und kaum erweiterbar. Eine Schwebebahn versprach schnelle Mobilität, ohne kostspieligen Bodengewinn – ein Projekt, das die Städte trotz anfänglicher Skepsis 1887 gemeinsam wagten. Lange bevor sie zu einer gemeinsamen Kommune zusammenschmolzen. Eugen Langen, der visionäre Kölner Ingenieur, ließ sich die einschienige Hängebahn schon Anfang der 1880er Jahre patentieren. Ursprünglich dachte er an den Transport von Zuckersäcken, doch bald erkannte er das Potenzial für den Personenverkehr. Trotz massivem Gegenwind – religiöse Kritiker brandmarkten das Gefährt als „teuflisches Werk des Satans“ – schlossen die Städte 1894 Verträge mit Langens Partnern. Der Bau begann 1898 – da war Langen selbst schon drei Jahre tot.
Triumph und Kaiserfahrt
Am 24. Oktober 1900 testete Kaiser Wilhelm II. die Bahn probeweise vom Döppersberg nach Vohwinkel. Die Jungfernfahrt vor der offiziellen Eröffnung begeisterte den Monarchen, der enthusiastisch jubelte: „Das ist prächtig!“ Als Superstar seiner Zeit war das mehr als ein Ritterschlag für die Wuppertaler. Am 01. März 1901 startete der reguläre Betrieb zwischen Kluse und Zoo, die Gesamtstrecke folgte im Mai. Die Schwebebahn revolutionierte den Alltag.
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Beide Weltkriege brachten Unterbrechungen, doch die Bahn überstand Bombardements nahezu unversehrt. In der Wirtschaftswunderzeit wurde sie zum Symbol: 1950 sprang die Elefantenkuh Tuffi bei einer Werbefahrt in die Wupper – der berühmte „Elefantensprung“ machte Schlagzeilen weltweit und prägte das Image nachhaltig. Ein dunkles Kapitel schrieb die Bahn am 12. April 1999: Bei Sonnborn stürzte die erste Bahn des Tages in die Wupper. Gerüstarbeiter hatten nachts eine fest verschraubte Montagekralle auf der Schiene vergessen. Fünf Menschen starben, 47 wurden verletzt. Der Betrieb ruhte bis Juli.
Jubiläum in Wuppertal
Zum 125. Geburtstag öffnen die Wuppertaler Stadtwerke am Wochenende um den 01. März die Tore für Gratisfahrten. Die Gewerkschaften spielen mit und streiken landesweit – nur nicht in Wuppertal. Die Stadt feiert ihr Wahrzeichen in vollen Zügen. Viele weitere Details, Bilder und selten mögliche Blicke hinter die Kulissen der Wuppertaler Schwebebahn findet Ihr im Video!

































