„Mit dem Einzug des Stiefvaters begann [...] ein stilles Martyrium des Missbrauchs”Zehn Jahre missbraucht Eqbal F. seine Stieftochter, jetzt muss er büßen
Richter: „Das Opfer hat eine geraubte Kindheit“.
In dem gemeinsamen Zuhause, das eigentlich Schutz bieten sollte, vergeht sich Eqbal F. jahrelang an seiner Stieftochter. Sie bricht ihr Schweigen erst als sie selber eine Familie hat. Jetzt hat das Landgericht Hamburg den 57-Jährigen zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.
Wie Eqbal F. auf das urteil reagiert, seht ihr im Video.
Missbrauch hinter verschlossenen Türen
„Mit dem Einzug des Stiefvaters begann für das Opfer ein stilles Martyrium des Missbrauchs”, so fasst Richter David Heldmann die Folgen der schrecklichen Taten von Eqbal F. zusammen. Wegen achtfachen sexuellen Missbrauchs an seiner Stieftochter wird er am Dienstag (28. April) zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Weil Fluchtgefahr besteht, wird der gebürtige Afghane direkt abgeführt und in Untersuchungshaft gebracht.

Erst Jahre später verrät das Opfer seinen Peiniger
2006 vergeht sich Egbal F. zum ersten Mal an seiner Stieftochter. Sie ist damals zehn Jahre alt und wohnt mit ihm gemeinsam unter einem Dach. Seine Stieftochter soll er sich gezielt als Opfer für seine Missbrauchstaten ausgesucht haben, da sie sehr angepasst und brav gewesen sein soll. „Der Angeklagte forderte die Stieftochter auf, niemandem davon zu erzählen. Sie solle das mit ins Grab nehmen. Es sei ihr Geheimnis”, so Richter Heldmann am Dienstag während der Urteilsbegründung.
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So weit kommt es nicht. Im Erwachsenenalter und als Mutter vertraut sich das Opfer Angehörigen an und bringt ihren Stiefvater vor Gericht. Nach all den Jahren muss sich Eqbal F. nun für seine grausamen Taten verantworten. Ihr Peiniger kommt ins Gefängnis. Gitter. Nach Jahren der Albträume und Traumata, ein zufriedenstellendes Urteil, sagt der Anwalt der jungen Frau.
Solltet auch ihr unter sexueller Gewalt leiden, findet ihr Hilfe unter der kostenlosen Hotline 08000 – 116 016 oder unter www.hilfetelefon.de.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



