Unpünktlichkeit, Ausfälle, fehlende Informationen!Dieser Plan soll das Sylter Pendler-Chaos beenden

Regionalexpress RE6 zwischen auf der Strecke zwischen den Endbahnhöfen Westerland und Hamburg-AltonaBahnstrecke der Marschbahn auf der Nordseeinsel Sylt am Bahnübergang BÜ 155 Raitkoog nahe dem Ort Achsum Zug auf dem Abschnitt zwischen den Orten Westerland und Niebüll kurz vor dem Hindenburgdamm, Sylt Schleswig-Holstein Deutschland Achsum *** Regional express RE6 between on the route between the terminus stations Westerland and Hamburg Altona Railway line of the Marschbahn on the North Sea island of Sylt at level crossing BÜ 155 Raitkoog near the village of Achsum Train on the section between the villages of Westerland and Niebüll shortly before Hindenburgdamm, Sylt Schleswig Holstein Germany Achsum
Extreme Verspätungen oder Zugausfälle – damit soll bei der Marschbahn bald Schluss sein
IMAGO/Chris Emil Janßen
von Annika Redmer, Thomas Jell und Sina Schlink

Die Pläne nehmen endlich Fahrt auf!
Ohne die Marschbahn geht’s auf Sylt nicht, sie verbindet Insel mit Festland. Aber glücklich sind sowohl Pendler als auch Verantwortliche mit der Bahn aktuell nicht. Das Problem: Unpünktlichkeit, Ausfälle und fehlende Informationen sind ein Dauerthema. Das soll sich ändern!

Fünf-Punkte-Plan soll die Lösung sein

Nach Feierabend geht der Stress für etliche Angestellte auf Sylt erst so richtig los. Sie sind auf die Marschbahn angewiesen, um nach Hause zu kommen. Zu den Stoßzeiten vor und nach der Arbeit häufig in überfüllten und verspäteten Zügen. Der Ärger ist groß. Anja Asmussen arbeitet bei den Johannitern auf der Insel. Sie zu RTL: „Ich pendle jetzt schon seit sechs Jahren. Und ich finde, es wird immer schlimmer.“

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Damit soll bald Schluss sein. Dank eines Fünf-Punkte-Plans: Ein zusätzlicher 15-Minuten-Puffer für den Regionalexpress zwischen Niebüll und Westerland soll für mehr Pünktlichkeit auf der Strecke sorgen. Zudem verständigte sich die DB-Spitze mit der Landesregierung beim Marschbahn-Dialog am Dienstag (21. April) unter anderem auf verbesserte Konzepte, um Störungen vorzubeugen und eintretende Probleme schneller abzuarbeiten.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident: „Das ist ehrgeizig. Das ist uns bewusst.”

Und dann ist da noch das benötigte zweite Gleis: Schon im Mai 2025 sagt das Land Schleswig-Holstein der Bahn zu, ein zweites Gleis für die Strecke von Niebüll nach Westerland vorzufinanzieren. Doch zahlen muss am Ende der Bund. Dieser wird nun die Weichen dafür stellen, dass der zweigleisige Ausbau der teils maroden Strecke Anfang der 2030er Jahre beginnen kann.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) vor Beginn des Marschbahn-Dialogs im Alten Kursaal auf Sylt
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) vor Beginn des Marschbahn-Dialogs im Alten Kursaal auf Sylt
Lea Albert/dpa

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU): „Das ist ehrgeizig. Das ist uns bewusst. Aber ich glaube, dieses ehrgeizige Ziel ist auch richtig, sich zu setzen.” Auch die Elektrifizierung der Strecke bleibt ein mittelfristiges Ziel. In Niebüll soll es ein elektronisches Stellwerk geben.

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Für Sylter Unternehmer ein großer Erfolg

Neben Daniel Günther, Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) und Bundesverkehrs-Staatssekretär Stefan Schnorr sowie der Sylter Pendlerinitiative ist unter anderem DB-Chefin Evelyn Palla beim Marschbahn-Gipfel dabei. „Die Zuverlässigkeit der Marschbahn, das ist hier kein Luxus auf der Insel, sondern das ist absolute Notwendigkeit, dass das Leben hier funktionieren kann”, sagt sie. Es ist das erste Mal, dass der Ministerpräsident sowie Bahnchefin bei einem Treffen dieser Art dabei sind.

Die Ergebnisse und dass ihre Bahn nun Chef-Sache ist, sind für die Sylter ein großer Erfolg. Raphael Ipsen, Vorsitzender der Sylter Unternehmer zu RTL: „Wir haben wirklich mehr als zehn Jahre und sogar noch viel länger darauf hingearbeitet, dass jetzt endlich verstanden wird, dass diese Strecke einmalig ist, eine Daseinsvorsorge für die Insel hat. Und das Erscheinen von Frau Palla und allen anderen Hochkarätigen hat gezeigt, dass es doch jetzt zur Lösung kommt.” Und genau die sind jetzt am Zug, das Versprochene auch umzusetzen.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, dpa