Nach Untersuchung von Stiftung WarentestAsbest-Alarm in Kinderspielzeug! Diese Produkte sollte niemand mehr anfassen

In diesen Spielsanden fand Stiftung Warentest Asbestfasern.
In diesen Produkten fand Stiftung Warentest Asbestfasern.
Stiftung Warentest

Bei diesen Laborergebnissen vergeht der Spaß!
Stiftung Warentest hat 18 bunte Spiel- und Bastelsande untersucht. In sechs davon wurden potenziell krebserregende Asbestfasern gefunden. Was Eltern jetzt tun sollten!

Dieser Sand ist mit Asbest belastet

Die Produkte sind zum Spielen in Innenräumen gedacht: als Spiel- oder als Dekosand, etwa zum Befüllen von Glasflaschen, Bekleben von Bildern oder als Füllung in dehnbaren Actionfiguren. Doch bei einem Drittel der geprüften Sande ist die Anwendung nicht sicher.

Am stärksten belastet war der Dekosand dunkelblau von Heku. Er enthält gleich zwei Arten von Asbest: etwa ein bis fünf Prozent Tremolit, außerdem Chrysotil. Letzteres war in einer Probe gar nicht nachweisbar, in einer anderen betrug der Anteil ebenfalls ein bis fünf Prozent.

Mit unter einem Prozent Tremolit waren diese Produkte belastet:

  • Deco Farbsand pink der Eurosand GmbH

  • Deko-Sand von idee Creativmarkt

  • SabLimage Sandbilder Mini Tiere von Sentosphère

  • Pei You Toy Sand Painting

  • Magischer Space Sand lila von Moses Verlag GmbH

Klingt wenig, ist es aber nicht, wie Warentest betont: „Selbst der auf den ersten Blick gering wirkende Anteil von unter 1 Prozent entspricht bei einer handelsüblichen Packung noch immer Millionen Fasern.” Alle Anbieter haben ihre Produkte nach Bekanntgabe der Ergebnisse aus dem Handel genommen.

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Was macht Asbest so gefährlich?

Asbest ist seit Jahrzehnten in der EU verboten, weil es als krebserzeugend gilt. Wie hoch das Risiko ist, hängt davon ab, wie viele Fasern ein Produkt freisetzt und wie viele davon über welchen Zeitraum tatsächlich eingeatmet werden. Wird einer der betroffenen Sande etwa ausgeschüttet oder durchgewühlt, gelangen die Fasern leicht mit dem Staub in die Luft.

Es gibt zwar keinen offiziellen Grenzwert, nach Einschätzung von Experten kann laut Warentest allerdings auch bei kleinen Sandmengen schnell der Richtwert für Innenraumluft von 500 Fasern pro Kubikmeter überschritten werden.

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Was sollen Eltern jetzt tun?

Ihr habt eins der betroffenen Spielzeuge zu Hause? Klare Ansage: „Sofort sicher verschließen und nicht mehr anfassen“, rät Reiner Metzger von der Stiftung Warentest. „Das Hantieren mit solchen Sanden im losen, trockenen Zustand setzt viele Asbestfasern frei. Also auf Nummer sicher gehen – noch dazu, wenn es sich um Produkte für Kinder handelt.“

Ist die Verpackung bereits geöffnet, solltet ihr eine FFP2-Maske und Handschuhe anlegen. Dann den Sand leicht anfeuchten, damit er nicht staubt, und in einer doppelten Tüte als Sondermüll entsorgen. Oberflächen feucht abwischen, auf keinen Fall staubsaugen.

Keine Sorge allerdings bei gewöhnlichem Sandkastensand: Er ist von den Funden nicht betroffen. (rka)

Verwendete Quelle: test.de