Bali plant neue Regeln Urlaubsparadies greift durch: Einreise nur noch mit Kontoauszug

Broken Beach in Nusa Penida Island, Bali
Broken Beach in Nusa Penida Island, Bali
picture alliance / Zoonar | KONSTANTIN KALISHKO

Urlaubsfeeling nur mit vollem Konto?
Wer nach Bali reist, braucht bislang vor allem Lust auf Strand, Tempel und tropisches Lebensgefühl. Das könnte sich bald ändern: Künftig müssen ausländische Besucher möglicherweise Bank-Auszüge, Rückflugtickets und detaillierte Reisepläne vorlegen.

Mehr Respekt, weniger Exzesse

Die balinesische Provinzregierung arbeitet an einer neuen Verordnung, mit der sie den Tourismus auf der Insel stärker regulieren will – im Namen eines „Qualitäts-Tourismus“. Gouverneur Wayan Koster erklärte, damit wolle die Regierung sicherstellen, dass Reisende in der Lage sind, ihren Aufenthalt finanziell vollständig zu bestreiten. Wer nur über ein Budget für sieben Tage verfüge, solle entsprechend auch nur eine Woche bleiben.

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Der Gouverneur betont seit Längerem, dass die Insel vor allem Besucher anziehen soll, die Respekt für die lokale Kultur und religiöse Traditionen mitbringen. Immer wieder machen andere Bilder Schlagzeilen: Touristen, die spärlich bekleidet in Tempeln posieren, betrunken Roller fahren oder sich in Bars mit „Bucket Drinks“ zudröhnen - hochprozentigen Mixgetränken, die in Eimern serviert werden und besonders in Partyhochburgen wie Kuta oder Seminyak beliebt sind.

„Es ist wichtig festzulegen, welche ausländischen Touristen einreisen dürfen und welche nicht, damit die Besucher keine Probleme verursachen, sondern einen positiven Beitrag zum Tourismussektor leisten“, sagte Koster laut der staatlichen Nachrichtenagentur Antara. „Künftig werden wir uns auf Qualitäts-Tourismus und nicht nur auf Besucherzahlen konzentrieren.“

Was ist bisher für die Einreise nötig?

Nach dem Entwurf könnten ausländische Touristen bei der Einreise unter anderem Banknachweise der vergangenen drei Monate, einen bestätigten Rückflug sowie Angaben zur Dauer und Art des Aufenthalts vorlegen müssen. Eine feste Mindestsumme ist bislang nicht genannt worden. Die Behörden wollen vor allem prüfen, ob die verfügbaren Mittel zum Reiseplan passen.

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Die neue Regelung würde auch Reisende betreffen, die derzeit visafrei oder mit Visum bei Ankunft nach Indonesien einreisen - wie Staatsbürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mittlerweile beantragen die meisten Touristen das Visum vorab als elektronisches e-VoA, was die Formalitäten bei der Ankunft zuletzt erheblich erleichtert hatte.

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Viele Probleme durch Massentourismus

Bali zählt zu den beliebtesten Reisezielen Südostasiens: Surfer-Strände, Vulkane, hinduistische Tempel, Yoga-Retreats und vergleichsweise günstige Preise sowie die gut ausgebaute touristische Infrastruktur begeistern Besucher aus aller Welt. Nach Angaben der Provinzverwaltung kamen 2025 rund 7,1 Millionen internationale Gäste auf die „Insel der Götter“ - bei einer Einwohnerzahl von nur etwas mehr als vier Millionen.

Mit den Besucherzahlen wachsen auch die Probleme: Staus gehören vielerorts zum Alltag, die Müllmengen nehmen zu, Wasser wird in der Trockenzeit knapp. Für viele langjährige Bali-Fans ist die Trauminsel unter dem Druck des Massentourismus zum Alptraum mutiert.

Immer wieder sprechen Behörden zudem von Vorfällen mit ausländischen Touristen, die ihr Visum überziehen, illegal arbeiten oder sich respektlos gegenüber Einheimischen und religiösen Traditionen verhalten. (uvo)

Verwendete Quellen: dpa