Larven machen sich breitMiese Miniermotte versaut unsere Gärten

Kleines Insekt, großer Hunger!
Noch ist der Herbst nicht da - und doch werfen viele Kastanien schon braune Blätter ab.
Schuld ist eine kleine Larve. So geht ihr gegen die Schädlinge vor!
Viele Kastanienbäume sind schon verwelkt
Unter vielen Kastanien liegen bereits die ersten Laubberge. Das liegt nicht nur an trocken-heißen Tagen, sondern an einem Insekt, das den Bäumen seit Jahren zu schaffen macht: die Miniermotte. Dieses Jahr scheint es besonders schlimm zu sein. Bundesweit haben viele Rosskastanien in Alleen, Parks und Gärten bereits im Sommer kaum noch Blätter, die verbliebenen sind ausgetrocknet und welk.
Laut Roland Mühlethaler vom Naturschutzbund (Nabu) setzt der Kastanie neben der Miniermotte besonders Trockenheit zu: „Durch Trockenheit gestresste Bäume sind generell anfälliger für Schädlinge”, erklärt der Nabu-Experte. Im Nordosten Deutschlands sei das nach mehreren aufeinanderfolgenden Jahren mit großer Trockenheit besonders ausgeprägt. Obwohl die Rosskastanie ursprünglich ein mediterraner Baum sei, brauche sie genügend Feuchtigkeit. „Zu trockene Jahre in Verbindung mit starkem Schädlingsbefall können längerfristig zum Absterben führen”, sagt Mühlethaler.
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So sieht die Miniermotte aus
Rosskastanien-Miniermotten (Cameraria ohridella) sind rund fünf Millimeter lange, orange-weiß-gestreifte Kleinschmetterlinge, die ihre Eier auf Blattoberseiten des Kastanienbaums ablegen. Nach etwa drei Wochen schlüpfen Larven, die sich in den Wochen darauf durch das Blattinnere fressen, wie es beim Nabu heißt. Dadurch welken die Blätter des Baumes sehr schnell. Durch das Absterben der Blätter werden die Bäume an der energieliefernden Photosynthese gehindert. Auf Dauer schwächt sie das und macht sie anfälliger für andere Belastungen. In milden Wintern überleben besonders viele Larven der Motte.
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Schädlinge wieder loswerden
Helfen lässt sich der Kastanie vorm Haus mit einem einfachen Mittel: dem sorgfältigen Wegsammeln und Entsorgen der Blätter. Damit werden die Larven in den Blättern entfernt, aus denen sonst neue Motten schlüpfen würden.
Nur weißblühende Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) werden befallen, rotblühende der Art Aesculus carnea sind nicht betroffen. (dpa/pdr)


