Mediziner über Vorteile und RisikenCT 388! Was kann die neue Turbo-Abnehmspritze?

von Nina Büchs und Anja Blanuscha

Spritze rein, Pfunde runter.
Sogenannte Abnehmspritzen machen immer wieder Schlagzeilen, sie gelten für viele als letzte Hoffnung auf dem Weg zum Wunschgewicht. Jetzt sorgt eine neue Abnehmspritze von Roche namens CT-388 für Aufsehen – sie soll noch stärkere Effekte haben als Ozempic oder Wegovy. Was hinter der Turbo-Spritze steckt, erklärt Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht.

Wie die neuartige Abnehmspritze wirkt

Der Schweizer Pharmakonzern Roche meldet mit CT-388, das sich noch in der Erprobung befindet, vielversprechende Studienergebnisse. „Nach den Ergebnissen dieser Phase-2-Studie nimmt man mit diesem Medikament bis zu einem Fünftel des Gewichtes unter einem Jahr ab. Das ist natürlich noch mal mehr als bei den bestehenden Präparaten, die es ja schon gibt”, so Mediziner Christoph Specht.

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Das bedeutet: Eine Person mit einem Ausgangsgewicht von 100 Kilogramm könnte nach knapp elf Monaten nur noch 77 Kilogramm wiegen. Das ist ein Minus von 23 Kilo – allein durch die Spritze.

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Aber wie funktioniert das neue Präparat? Es gehört laut Dr. Specht zur gleichen Wirkstoffgruppe wie Ozempic und Wegovy. „Es ist ein Dual-Rezeptor-Agonist, das heißt, er greift an zwei verschiedenen Rezeptoren an”, so der Experte. „Dadurch werden zwei Hormone imitiert, die uns signalisieren: Wir sind satt.” Die Folge: Die Patienten essen weniger.

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Risiken und Nebenwirkungen

Doch ist ein so schneller Gewichtsverlust unbedenklich? Dr. Specht warnt: „Schnelles Abnehmen ist gar nicht gut.” Ein wesentlicher Nachteil sei der Verlust von Muskelmasse. Roche plane aber bereits, das Präparat mit einem Medikament zu kombinieren, das den Muskelabbau hemmen soll. „Wenn das funktionieren würde, dann wäre das natürlich etwas Besseres als das, was bisher auf dem Markt ist”, ordnet der Mediziner ein.

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Zu den erwartbaren Nebenwirkungen zählen, ähnlich wie bei den bereits zugelassenen Spritzen, Übelkeit und Erbrechen. Auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist möglich. Weitere Forschung zu CT-388 sei aber noch notwendig. Mit einer Markteinführung des Roche-Präparats ist frühestens 2028 zu rechnen.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, Reuters